Die Trends des Jahres 2022

Darauf muss die Bordnetz-Branche achten

20. Januar 2022, 8:00 Uhr | Irina Hübner
Die Elektromobilität bringt neue Chancen für die Bordnetz-Branche.
© AdobeStock

Durch die hohe Nachfrage nach Elektroautos ergeben sich für Bordnetzhersteller große Chancen, aber auch neue Herausforderungen. Was die drei wichtigsten Trends sind, lesen Sie hier.

Der Spezialist für integrierte Softwaresysteme in der Kabelsatzproduktion DiIT erläutert, auf was Bordnetzhersteller in diesem Jahr besonders achten sollten.

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1. Bei Hochvolt-Kabeln auf Automatisierung setzen

Der Durchbruch der E-Mobilität führt zu einem schnell steigenden Bedarf an Hochvolt-Kabeln. Auf der Productronica 2021, Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung von Elektronik, war zu bemerken, dass Bordnetzhersteller nach Möglichkeiten suchen, diese komplexen, mehradrigen und mit zusätzlichen Abschirmungen versehenen Kabel automatisiert zu verarbeiten.

Entsprechende Anlagen, die über mehrere verkettete Verarbeitungsstationen verfügen, stießen auf großes Interesse. Neben dem Durchsatz spielt bei diesen Anlagen die automatische Qualitätskontrolle beispielsweise mit Vision-Systemen eine wichtige Rolle. Zudem müssen sich die Anlagen an Manufacturing-Execution-Systeme (MES) anbinden lassen, um sie effizient mit Aufträgen zu versorgen und Qualitätsdaten nachvollziehbar vorzuhalten.

2. Die Standardisierung von Schnittstellen nimmt Fahrt auf

Grundsätzlich definieren die Hersteller von Maschinen für die Kabelverarbeitung nach wie vor eigene Schnittstellen-Spezifikationen. Die Integration der Maschinen in eine MES-Lösung ist deshalb in den meisten Fällen mit erheblichem Aufwand verbunden. Da bis dato in der kabelverarbeitenden Industrie nur wenige Maschinentypen zum Einsatz kommen, war das in der Vergangenheit noch tolerierbar.

Mit der zunehmenden Automatisierung ist dieser Zustand aber nicht länger tragbar. Die Zeiten proprietärer Schnittstellen müssen auch in der kabelverarbeitenden Industrie endgültig vorbei sein. Deshalb hat sich Ende 2021 ein VDMA-Arbeitskreis mit dem Ziel konstituiert, auf Basis des Industriestandards OPC/UA einen Branchenstandard zu entwickeln.

3. Die Grundlagen für durchgängige digitale Zwillinge legen

Viele Bordnetzhersteller arbeiten bereits mit digitalen Zwillingen. Sie kommen auf fast jeder Stufe des Engineerings- und Herstellungsprozesses zum Einsatz. Was dabei bislang allerdings fehlt, ist Durchgängigkeit. Jede Stufe nutzt einen eigenen, von den anderen unabhängigen digitalen Zwilling. Um eine durchgängige Rückverfolgung und Qualitätssicherung zu ermöglichen, muss das Informationsmodell eines Bordnetzes aber über sämtliche Stufen hinweg anwendbar sein – vom Engineering über Herstellung und Einbau und idealerweise sogar bis zum Einsatz des Bordnetzes im Fahrzeug.

Im Forschungscampus ARENA2036, einer Innovationsplattform für die Mobilität und Produktion der Zukunft, haben sich nun namhafte Fahrzeughersteller, Kabelkonfektionäre, Maschinenhersteller, Softwarehäuser und andere Unternehmen zusammengetan, um durchgängige Digitale Zwillinge voranzubringen.

 

»Die Elektromobilität verspricht Bordnetzherstellern eine glänzende Zukunft«, erklärt Bernd Jost, Geschäftsführer von DiIT. »Um daran teilzuhaben, müssen sie aber ihre Hausaufgaben machen. Ohne weitere Automatisierung, Standardisierung und Digitalisierung kann die Branche die steigenden Anforderungen, die mit dem Bedeutungswandel ihrer Produkte einhergehen, nicht erfüllen.«


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