Schwerpunkte

EU-Projekt CoacHyfied

Brennstoffzellen für klimaneutrale Reisebusse

12. März 2021, 08:51 Uhr   |  Irina Hübner

Brennstoffzellen für klimaneutrale Reisebusse
© FEV Group

Das Projekt betrachtet sowohl neue Brennstoffzellen-Busse als auch auf Brennstoffzellen-Technik umgerüstete Fahrzeuge.

Sechs Brennstoffzellen-Reisebusse für den kommerziellen Nah- und Fernverkehr sollen im EU-Projekt CoacHyfied entwickelt werden. Das vom Entwicklungsdienstleister FEV geleitete Vorhaben soll beim Erreichen der europäischen Klimaziele helfen.

Ein Konsortium aus insgesamt 14 Unternehmen aus den Bereichen Entwicklung, Technologie und Wissenschaft gehört dem Projekt CoacHyfied an. Die Demonstrationsphase unter realen Einsatzbedingungen der Busse startete Anfang des Jahres und wird bis zu drei Jahre andauern. Die gesamte Projektlaufzeit ist auf fünf Jahre angesetzt.

»Die starke Vernetzung des europäischen Binnenmarktes und ein stetig wachsendes Verkehrsaufkommen erfordern eine gemeinsame Strategie, um unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen – gerade im Transportsektor«, kommentiert Prof. Stefan Pischinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der FEV Group. »Für den Langstreckentransport von Personen und Gütern sind Brennstoffzellenantriebe eine geeignete technologische Alternative, die wir mit CoacHyfied gezielt adressieren.«

Die Brennstoffzelle (BZ) gilt als eine der vielversprechendsten Antriebsformen, um die Klimaziele im Transportsektor zu erreichen – speziell beim Langstreckentransport. Denn das vergleichsweise geringe Systemgewicht ist insbesondere bei Schwerlastanwendungen mit hohem Leistungsbedarf von Vorteil. BZ-Antriebe zeichnen sich durch ihre hohe Reichweite bei gleichzeitig kurzen Betankungszeiten aus. Durch Verwendung von »grünem Wasserstoff« kann dabei ein emissionsfreier Betrieb erreicht werden. Diese Vorzüge machen sich bereits heute einige Verkehrsbetriebe zu Nutze und setzen vermehrt Brennstoffzellensysteme in ihren Stadtbussen ein.

Aktivitäten zur Entwicklung von BZ-Reisebussen in Europa gibt es hingegen kaum. Dies soll sich durch CoacHyfied ändern. Im Zuge des Projekts werden zwei Typen von Reisebussen untersucht: Einerseits OEM-basierte, neu produzierte Brennstoffzellenbusse, andererseits auf Brennstoffzellenantrieb umgerüstete, bereits existierende Busse, um auch Antworten für eine Zweitnutzung von technisch noch einwandfreien Chassis durch Retrofit geben zu können – Stichwort »Second-Life-Nutzung«. Auf diese Weise könnten bestehende Fahrzeugflotten ressourcenschonend weiter verwendet werden.

Außerdem werden Konstruktionsmöglichkeiten für den Einsatz der Tanktechnologie von 350 bzw. 700 bar untersucht, um die Skalierbarkeit der Leistungs- und Reichweitenanforderung wirtschaftlich effizient darstellen zu können. Durch die Verwendung von »grünem Wasserstoff« während des Projektes sollen außerdem wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich der Logistik für Energieversorger und künftige Betreiber der Brennstoffzellenbusse gewonnen

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