VDE-Studie

Elektromobilität, Industriepolitik und Innovationsbremsen

16. November 2010, 9:39 Uhr | Stephan Janouch

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

VDE-Standard für Elektroautos vor internationaler Einführung

Ein weiterer Schlüssel für den internationalen Marktdurchbruch aber auch für die Sicherheit von Elektroautos ist der Bereich Standardisierung und Normung. 42 Prozent der VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen sehen internationale Standards als große Herausforderung für den Ausbau der Elektromobilität. Für 69 Prozent der Befragten besteht Normungsbedarf bei der Ladeinfrastruktur. Deutschland ist im Bereich Elektromobilität in der internationalen Normung federführend. Gemeinsam mit der Automobil- und Elektroindustrie sowie den Energieversorgern hat der VDE mit seiner Normungsorganisation DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) im DIN und VDE den ersten weltweit systemübergreifenden Standard für Ladestecker von Elektroautos entwickelt. Das VDE-Institut hat gerade den weltweit ersten Ladestecker dieser Art zertifiziert. Die Normungs-Roadmap E-Mobility kann jetzt im Rahmen der nationalen Plattform Elektromobilität verabschiedet und in die internationalen Normungsgremien eingebracht werden. Standardisierungsbedarf besteht laut VDE-Studie unter anderem im Bereich Energiespeicher, interne Schnittstellen und Ladestationen. Der VDE forciert seine Anstrengungen, international einheitliche Standards durchzusetzen und arbeitet eng mit den internationalen Normungsorganisation sowie Partnerverbänden und der Politik zusammen. 64 Prozent der Bürger würden ein Elektroauto kaufen In der Bevölkerung hat man das Potential der Elektromobilität erkannt. 52 Prozent der Bundesbürger sind davon überzeugt, dass Elektrofahrzeuge herkömmliche Autos ablösen werden. 64 Prozent der befragten Konsumenten ziehen in Betracht, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Unter den jüngeren Verbrauchern zwischen 20 und 34 Jahren ist die Bereitschaft mit 69 Prozent besonders hoch, ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Dabei käme dieses im Stadtverkehr und sogar als Erstwagen zum Einsatz. Dennoch müssen nach Meinung der Verbraucher noch einige Probleme bei den Elektroautos gelöst werden: Vor allem bei den Reichweiten der Elektrofahrzeuge (69 Prozent), den relativ hohen Anschaffungskosten (53 Prozent), der Bereitstellung der nötigen Infrastruktur (52 Prozent) sowie der langen Ladezeit der Akkus (51 Prozent) fordern die Verbraucher noch deutliche Verbesserungen. In Bezug auf die Reichweite pro Tankfüllung und die Stromtankzeit haben die Verbraucher konkrete Erwartungen an die Elektrofahrzeuge. Fast 60 Prozent aller Befragten erwarten eine Tankzeit von unter 4 Stunden, annähernd 50 Prozent wünschen eine Tankzeit von unter 2 Stunden. Diese Ergebnisse untermauern die Forderung des VDE nach weiteren Anstrengungen im Bereich der Entwicklung effizienter, schneller und intelligenter Lade- und Batteriesysteme. Auch die Stromtankzeit (51 Prozent) ist eines der zentralen Problemfelder, welches die Verbraucher im Zusammenhang mit Elektromobilität benennen. Bezüglich der Reichweiten ergibt sich ein differenziertes Bild: 53 Prozent der Befragten halten eine Reichweite von unter 300 km für akzeptabel, 31 Prozent fordern eine Fahrstrecke von 450- 1000 Kilometer pro Tankstopp.


  1. Elektromobilität, Industriepolitik und Innovationsbremsen
  2. Deutschland spitze – China holt auf
  3. Politik ist jetzt gefordert
  4. VDE-Standard für Elektroautos vor internationaler Einführung
  5. Fachkräftemangel bremst Innovationen

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