Marktentwicklung

Droht ein Ende des Elektromobilitäts-Hypes?

21. Oktober 2010, 9:50 Uhr | Stephan Janouch

Elektromobilität ist derzeit das beherrschende Thema der Autowelt. Noch bevor sich Elektrofahrzeuge am Markt etabliert haben, gibt es aber bereits kritische Stimmen, die davon ausgehen, dass der Elektromobilitäts-Hype in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören wird.

Wie unsicher die Zukunft der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge ist, zeigen nicht nur die stark divergierenden Prognosen verschiedener Hersteller und Institute, sondern auch verschiedenen Fahrzeugkonzepte, die laufend vorgestellt werden.

Kaum ein Hersteller hat sich bisher eindeutig auf ein Konzept festgelegt: Hybridantrieb mit Diesel- oder Benzinmotor, mit bzw. ohne Plug-in-Ladefähigkeit, Elektroantrieb mit verschiedenen Batterietypen sowie mit und ohne Range Extender. Letzterer kann wiederum als konventioneller Verbrennungsmotor oder Wankelmotor ausgelegt sein; Varianten mit Brennstoffzelle oder Gasturbine wurden bereits ebenso entwickelt. Die Brennstoffzelle kann ebenso als Batterieersatz dienen und wird dann mit Wasserstoff betrieben.

Meist wird die Batterietechnik als limitierender Faktor für den Erfolg der Elektromobilität gesehen. Auch wenn diese technisch und wirtschaftlich derzeit sicher zutrifft, werden weitere Aspekt in vielen Betrachtungen ignoriert. "In einer ökologisch-ökonomischen Nutzungsbewertung schneidet das Elektroauto nur dann gut ab, wenn man unterstellt, dass der benötigte Strom nicht aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, die kein CO2 emittieren", wird Willie Diez, Leiter des "Institut für Automobilwirtschaft" vom Branchen-Medium Automobilwoche zitiert.

Diez rechnet damit, dass spätestens in drei Jahren eine Phase der Ernüchterung eintreten wird und die "Elektro-Blase" platzen wird. Der Grund liegt in der Tatsache, dass Strom aus regenerativen Energiequellen mindestens 50 Prozent teurer wäre, als der derzeitige Strommix. Dabei stieg in den letzten zehn Jahren der Strompreis ohnehin deutlich stärker an als der Benzinpreis. Dieser nahm zwischen 2000 und 2010 um etwa 40 Prozent, während der Strompreis um 60 Prozent zulegte. Auch welche Folgen eine Besteuerung von Elektromobilitätsstrom, entsprechend der Mineralölsteuer bei Kraftstoffen, auf die Preisentwicklung hätte, ist derzeit nicht abzusehen.


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