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Innerstädtisches Verkehrs-Chaos

Wie autonome CityBots Ordnung in die Stadt bringen

Zwei Typen von CityBots, die Teil des EDAG CityBot Mobilitätskonzepts sind.
Zwei Typen von CityBots, die Teil des EDAG CityBot Mobilitätskonzepts sind.
© EDAG / elektroniknet

Wie sich eine autonom fahrende Roboterflotte in der Realität nutzen lässt, wird jetzt im Projekt »Campus FreeCity« in der Praxis erforscht.

Die Erfolgsgeschichte des »EDAG CityBot Mobilitätskonzepts« wird weitergeschrieben: Im Rahmen des vom BMVI geförderten Projekts »Campus FreeCity – Reallabor zur Erforschung einer vernetzten Flotte modularer Roboterfahrzeuge« wird die Vision einer multifunktionalen und autonom fahrenden Roboterflotte für einen ersten Praxiseinsatz in einer Realumgebung weiterentwickelt werden. Das Projekt läuft bis Mai 2024 und wird vom BMVI im Rahmen des Aktionsplans »Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Mobilität« mit rund 11 Millionen Euro gefördert. Die House of Logistics and Mobility (HOLM) übernimmt dabei als Konsortialführer das übergeordnete Projektmanagement und fungiert als inhaltliche und organisatorische Schnittstelle des Konsortiums. Neben HOLM und EDAG Engineering zählen zu den Projektpartnern die EintrachtTech, die T-Systems International, die COMPREDICT, die DEKRA Automobil, die Hochschule Fulda sowie die Technische Universität Darmstadt.

»Mit dem von EDAG entwickelten CityBot Mobilitätskonzept haben wir 2019 einen Entwurf vorgelegt, um urbane Mobilität vernetzter, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Nach der Vorstellung des ersten vollautomatisierten KI-Technologieträgers im Jahr 2020 freuen wir uns, dass wir mit dem Projekt »Campus FreeCity« den nächsten Meilenstein zur technischen Weiterentwicklung und dem praktischen Einsatz erreichen werden«, erläutert Cosimo De Carlo, CEO der EDAG Group. Im Rahmen des Projektes wird die EDAG Group erstmals zwei weitere intelligente, modulare Roboterfahrzeuge – die »EDAG CityBots« – vernetzen. Dabei handelt es sich um zwei wechselbare Transport- und Beförderungsmodule, die von dem weltweit tätigen Entwicklungsdienstleister entwickelt und gefertigt werden. Die EDAG Group stellt somit den komplexen Kern der Reallabor-Installation. »In dem Projekt können wir unsere Skills in der Entwicklung von autonom fahrenden Fahrzeugen, KI-Lösungen, Software und Digitalisierung bis zum klassischen Vehicle Engineering optimal einbringen. Ein faszinierendes Projekt, in das unserer Projektmanagement Team in Fulda unsere weltweiten EDAG-Spezialisten einbinden wird«, so De Carlo. Neben der technischen Herausforderung motiviere EDAG insbesondere, dass das Unternehmen mit dem Förderprojekt einen gesellschaftspolitischen Beitrag leiste, um Städte zukünftig leiser, sauberer, lebenswerter und smarter zu gestalten. Wie die Strategie von EDAG insgesamt aussieht und warum sich die Automotive-Industrie fundamental ändern wird, erklärte Cosimo De Carlo kürzlich im Interview mit Markt&Technik.

Das Chaos endlich koordinieren

Das Projekt erforscht Herausforderungen und Lösungsansätze des bisher weitgehend unkoordinierten urbanen Verkehrs im Labormaßstab mittels »EDAG CityBot«-Fahrzeugen, die von der EDAG Group entwickelt werden. Der urbane Verkehr ist geprägt durch eine hohe Verkehrsdichte, Staus, lokale Emissionen und einen hohen Flächenverbrauch. Seine Transportpotenziale werden weder koordiniert noch vollständig ausgenutzt. Das interdisziplinäre Projekt »Campus FreeCity« erforscht Herausforderungen und Lösungsansätze für die innerstädtischen Verkehrsprobleme mittels zwei »EDAG CityBot«- Fahrzeugen, die im Rahmen des Projekts zur Fahrgastbeförderung und zum Gütertransport entwickelt und im Labor implementiert, betrieben und wissenschaftlich analysiert werden. Die Laborentwicklung ermöglicht dabei unter realitätsnahen Bedingungen die Erforschung verschiedener, für zukünftige Mobilitäts- und Logistiksysteme relevante Themen, wie vernetzte, automatisierte Fahrfunktionen, Vernetzung und Datenaustausch, Mensch-Maschine-Kommunikation, Akzeptanz und Vertrauen, integriertes Auftragsmanagement sowie Ermittlung und Realisierung wirtschaftlicher und technischer Optimierungspotentiale im Betrieb.

Nachhaltigen Ansatz zur Lösung innerstädtischer Verkehrsprobleme

»Dieses Projekt erforscht ein völlig neuartiges Mobilitäts- und Logistiksystem und leistet so konkrete Beiträge zur Verkehrswende. Langfristig bietet es einen ganzheitlichen, nachhaltigen Ansatz zur Lösung innerstädtischer Verkehrsprobleme«, sagt Michael Kadow, Geschäftsführer von HOLM. »Wir sind deshalb stolz darauf, diesen Prozess zu koordinieren und gemeinsam mit unseren Projektpartnern wegweisende industrielle Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Als Entwicklungs- und Vernetzungsplattform sehen wir mit diesem Projekt auch die Chance, Bewusstsein für neue intelligente und vernetze Mobilitätskonzepte zu schaffen.«

Die Projektpartner:

Die EintrachtTech aus Frankfurt am Main stellt auf dem Gelände des Deutsche Bank Parks die räumliche Infrastruktur des Reallabors zur Verfügung und erarbeitet gemeinsam mit den Partnern an relevanten Use Cases die Nutzeranforderungen und zu Grunde liegenden User Journeys unter Einbezug der Skalierung in den städtischen Bereich.

Die T-Systems International aus Frankfurt am Main übernimmt die Erforschung geeigneter Technikansätze sowie Prozess- und Betriebsabläufe für Teleoperation und technische Aufsicht automatisierter Fahrzeuge.

Die COMPREDICT aus Darmstadt verantwortet die Messungen für das Training der virtuellen Sensoren und Vorhersage von Komponentenausfällen.

Die DEKRA Automobil aus Klettwitz analysiert zukünftige Anforderungen für die Zulassung neuer Mobilitätskonzepte, lässt neu gewonnene Erkenntnisse in die Neu- und Weiterentwicklung von Vorschriften einfließen und entwickelt erforderliche Prüfverfahren für einen sicheren Betrieb.

Die Hochschule Fulda ist verantwortlich für das Supply-Chain-Modelling, das Prozessmodell sowie für die Mitentwicklung von Planungsalgorithmen.

Die Technische Universität Darmstadt ist für die wissenschaftliche Begleitung und Identifikation weiterführender Effizienzpotentiale bezüglich der Auslegung und des Betriebs des Antriebsstrangs der CityBots zuständig.

Neben dem Konsortium hat sich dem Vorhaben als assoziierter Projektpartner die FES Frankfurter Entsorgungs- und Service angeschlossen.

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