Ubers Roboterautos: viele Probleme

Waymo: »Wäre uns nicht passiert.«

25. März 2018, 18:18 Uhr | dpa, Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Sicherheitsfahrer – trommeln oder schlafen?

Uber sei im Herbst dazu übergegangen, die Roboterwagen nur mit einem Sicherheitsfahrer statt mit zwei Mitarbeitern an Bord auf Testfahrten loszuschicken, berichtete die »New York Times« weiter. Die zweite Person war dafür zuständig, die Fahrzeugdaten zu überwachen.

Dem Bericht zufolge hatten sich einige Uber-Mitarbeiter Sorgen um die Sicherheit gemacht, als entschieden wurde, die selbstfahrenden Autos mit nur noch einer Person an Bord auf die Straße zu schicken. Ein Sicherheitsfahrer sei entlassen worden, nachdem er am Steuer eingeschlafen sei. Ein anderer sei dabei gesehen worden, wie er beim Passieren einer Kreuzung auf einem imaginären Schlagzeug gespielt habe, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Uber habe angestrebt, zum Dezember einen kommerziellen Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos an den Start zu bringen, hieß es. Das Ziel habe für Druck gesorgt. Außerdem hätten die Verantwortlichen den neuen Uber-Chef Dara Khosrowshahi bei einem für April geplanten Besuch in Arizona mit einer reibungslosen Fahrt beeindrucken wollen. Khosrowshahi soll nach seinem Amtsantritt im vergangenen September erwogen haben, die Roboterwagen-Entwicklung bei Uber einzustellen.

Arizona hat lockerere Vorschriften für den Betrieb selbstfahrender Autos als zum Beispiel Kalifornien, wo detaillierte Berichte über Unfälle und die Übernahme der Kontrolle durch Sicherheitsfahrer verlangt werden. Waymo ist ebenfalls nach Arizona gegangen, um den ersten Fahrdienst ganz ohne Menschen am Steuer zu starten.
Allerdings mussten Waymos Sicherheitsfahrer nach Angaben aus Kalifornien im Schnitt nur alle 9.000 Kilometer ins Geschehen eingreifen. Uber betrieb seine Roboterwagen in Kalifornien noch nicht lange genug, um dort seine Zahlen melden zu müssen. In Arizona habe der Fahrdienstvermittler Probleme gehabt, das interne Ziel von knapp 21 Kilometern (13 Meilen) zu schaffen, schrieb die »New York Times«.

In Arizona müssen keine Zahlen zur Abschaltung der Technik an Behörden gemeldet werden. Zugleich schränken Entwickler von Roboterautos ein, dass solche Werte sehr stark von der Schwierigkeit der Route abhängen – und sich auch verschlechtern, wenn man die Technik bei Tests bewusst an ihre Grenzen bringt.


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