Autonomes Fahren

Neue Entwicklung spart Millionen an Testkilometern

8. November 2021, 12:54 Uhr | Kathrin Veigel

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Übertragung der Fahrtstrecken in den Fahrsimulator

Diese Genauigkeit erreichen die sogenannten Ultra-High-Definition Karten (UHDmaps) von Joanneum Research. »Mithilfe eines Mobile-Mapping-Systems vermessen wir die Testumgebungen. Aus den Messdaten wird schlussendlich eine lückenlose 3D-Karte mit extrem hohen Detaillierungsgrad erstellt. Neben Objekten der Verkehrsinfrastruktur wie Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen oder Leitschienen sind auch Vegetation und Gebäude in dieser Karte repräsentiert«, beschreibt Patrick Luley, Leiter des Forschungslabors für hoch automatisiertes Fahren des Instituts DIGITAL. Eine vergleichbare Genauigkeit kann zwar auch mit manuellen 3D-Modellierungen erreicht werden, der automatisierte UHD-Mapping-Prozess von Joanneum Research ist aber um ein Vielfaches kostengünstiger und schneller.    

TU Graz Autonomes Fahren
Das Forschungsfahrzeug von Joanneum Research ist mit einem Mobile-Mapping-System ausgestattet, das statische Objekte zentimetergenau vermisst.
© TU Graz/J.J. Kucek

Die hochaufgelöste 3D-Umgebung wird schließlich in den Fahrsimulator übertragen. Hierfür zeichnet das Team von Fraunhofer Austria verantwortlich. »Wir bereiten die Daten dergestalt auf, dass die 3D Umgebung in hoher Geschwindigkeit dargestellt werden kann«, erläutert Volker Settgast vom Geschäftsbereich Visual Computing. Selbst spiegelnde und transparente Flächen oder windbewegte Bäume und Sträucher können natürlich wahrgenommen werden. Je nach Testszenario lassen sich dann weitere Fahrzeuge oder auch Personen in die virtuelle Umgebung einfügen.         

Der Validierungsnachweis erfolgt schlussendlich mithilfe von Vergleichsfahrten auf der Realstrecke. »Mit unserer Methode ist es für Automobilhersteller auf einfache Art und Weise möglich, ein bestimmtes Sampling auf der Realstrecke und im Fahrsimulator zu vergleichen und zu validieren. Somit kann der Test schlussendlich von der Realstrecke in den Fahrsimulator übertragen werden«, resümiert Eichberger. Der TU Graz-Forscher und sein Team arbeiten in den nächsten Monaten nun am Aufbau von virtuellen Freigabeversuchen.


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