Schwerpunkte

Autonomes Fahren bei Jaguar Land Rover

Mit virtuellen Augen Vertrauen schaffen

29. August 2018, 05:33 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Mit virtuellen Augen Vertrauen schaffen
© Jaguar Land Rover

Ingenieure kooperieren mit Psychologen, um menschliches Vertrauen in selbstfahrende Autos zu erforschen. Hierfür würden Pods mit virtuellen Augen entwickelt.

Mit virtuellen Augen Vertrauen in autonome Fahrzeuge schaffen: Dieses Ziel verfolgt ein neues Forschungsprojekt von Jaguar Land Rover. Selbstfahrende Fahrkokons, sogenannte Pods erhalten große Anzeigen, die wie Augen aussehen und sich auch so verhalten.

Studien haben ermittelt, dass sich 63 Prozent der Fußgänger darüber Gedanken machen, ob sie in Zukunft die Straßen gefahrlos überqueren können. Es ist also wichtig zu erforschen, ob und wie das Vertrauen der Menschen in selbstfahrende Autos gestärkt werden kann. Dabei liefern Kognitionspsychologen wertvolle Hinweise zum Verständnis, wie das Verhalten der Fahrzeuge den Grad des menschlichen Vertrauens in die neue Technik beeinflusst.

Ein mögliches Mittel stellen in diesem Zusammenhang virtuelle Augen dar. Sie sorgen dafür, dass die selbstfahrenden Pods eine Art freundliches Gesicht bekommen. Denn Fußgänger nehmen in der Regel Blickkontakt zum Fahrer eines nahenden Wagens auf, bevor sie die Straße betreten. Über die virtuellen Augen lässt sich herausfinden, wie viele Informationen künftige autonome Fahrzeuge mit ihren Nutzern und mit Fußgängern teilen müssen, damit Menschen der Technologie vertrauen.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts bewegen sich die intelligenten Pods autonom innerhalb einer dem Straßenbild von Coventry nachempfundenen Szenerie, so dass sich das Verhalten von Fußgängern beim Überqueren der Straße realitätsgetreu analysieren lässt. Entwicklungsingenieure der Abteilung Future Mobility von Jaguar Land Rover haben die virtuellen Augen entwickelt. Mit ihnen erkennen die Pods den Fußgänger und blicken ihn dann scheinbar direkt an. Das signalisiert dem Fußgänger, dass er vom Fahrzeug registriert wurde und die Technik entsprechend reagiert.

Die Ingenieure messen dabei das Vertrauens-Level bevor und nachdem der Pod Blickkontakt aufgenommen hat. So zeigt sich, ob das Vehikel genug Vertrauen aufgebaut hat, damit der Fußgänger an sein Halten glaubt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde bei mehr als 500 Probanden die Interaktion mit den selbstfahrenden Pods untersucht, die von der Firma Aurrigo produziert wurden, einem Partner von Jaguar Land Rover im Konsortium UK Autodrive.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Menschliches Verhalten für autonome Fahrsysteme analysieren
TSN in die E/E-Architektur implementieren
Mobilfunkinfrastruktur auf der A9 untersuchen
Schaeffler kauft Drive-by-Wire-Technologie
Schnell eine Ladesäule finden und den Ladevorgang bezahlen
Mit »Ford Autonomous Vehicles« zum autonomen Fahren

Verwandte Artikel

Jaguar Land Rover Deutschland GmbH