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Neue Zutaten für durchgängige Industrie-4.0-Systeme

12. Februar 2021, 14:36 Uhr   |  Andreas Knoll

Neue Zutaten für durchgängige Industrie-4.0-Systeme
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Aus »Industrial Edge Management System«, Edge-Applikationen sowie Edge-Geräten mit Container-basierter Runtime besteht die offene Plattform »Industrial Edge V1.0« von Siemens.

Siemens ist auf seinem Weg zum Komplettanbieter von Industrie-4.0-Automatisierungssystemen erneut vorangekommen ...

… mit dem ersten industriellen 5G-Router, einer Software für das Management miteinander verbundener Edge-Geräte und -Applikationen sowie einer Bibliothek für die Integration von Industrierobotern in das TIA Portal.

Scalance MUM856-1 ist laut Hersteller Siemens der erste industrielle 5G-Router für die Anbindung lokaler Industrieanwendungen an ein öffentliches 5G-Netz. Das Gerät soll im Frühling 2021 verfügbar sein. Mithilfe des 5G-Routers werden Industrieanwendungen wie Maschinen, Steuerelemente und andere Geräte über ein öffentliches 5G-Netz aus der Ferne erreichbar, sodass eine problemlose Fernwartung dieser Anwendungen mit den hohen Datenraten möglich wird, die 5G bietet. Die Management-Plattform „Sinema Remote Connect“ für VPN-Verbindungen ermöglicht es, komfortabel und sicher auf diese entfernten Anlagen oder Maschinen zuzugreifen – auch wenn sie in anderen Netzwerken eingebunden sind.

In der Industrie gibt es neben dem Bedarf an lokaler Drahtlos-Connectivity eine zunehmende Nachfrage für Fernzugriffe auf entfernte Maschinen und Anlagen. Dabei erfolgt die Kommunikation üblicherweise über große Distanzen. Öffentliche Mobilfunknetze ermöglichen einen Zugriff auf weit entfernte Teilnehmer, auch in anderen Ländern. Zudem können sich Service-Techniker von unterwegs über Mobilfunk mit den zu wartenden Maschinen verbinden.

Die öffentlichen 5G-Netze werden dabei zu einer wichtigen Säule für Fernzugriff und Fernwartung. So lassen sich beispielsweise in Städten und ihrem Umland mit kleinen Funkzellen und hohen Frequenzen den Nutzern hohe Bandbreiten zur Verfügung stellen. In ländlichen Gebieten müssen die Funkzellen eine größere Fläche abdecken, weshalb niedrigere Frequenzen verwendet werden. Speziell an den Rändern von Funkzellen ist beispielsweise bei LTE oder UMTS oft mit massiven Einbußen der Bandbreite und Stabilität der Kommunikationsverbindung zu rechnen - obwohl genau an diesen abgelegenen Stellen für die Fernwartung oder Videoübertragung etwa von Wasserstationen stabile Breitbandübertragung nötig ist.

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Mit dem 5G-Router »Scalance MUM856-1« lassen sich lokale Industrieanwendungen an ein öffentliches 5G-Netz anbinden.

Die Funktechniken von 5G ermöglichen an den Rändern der Funkzellen deutlich mehr Bandbreite mit höherer Zuverlässigkeit, und auch die durchschnittliche Datenrate für die Nutzer innerhalb einer Funkzelle steigt. Der „Scalance MUM856-1“ unterstützt zusätzlich 4G, sodass er auch funktioniert, wenn kein 5G-Mobilfunknetz vorhanden ist. Außerdem unterstützt das Gerät die Einbindung in private lokale 5G-Campusnetze. Diesen Anwendungsfall testet Siemens im eigenen Nürnberger Automotive Testcenter in einem Standalone-5G-Testnetzwerk, das auf Siemens-Komponenten beruht. Hier werden fahrerlose Transportsysteme mittels 5G angebunden, um heutige und zukünftige industrielle Anwendungen zu testen und den Einsatz der 5G-Technologie in der Industrie weiter voranzutreiben.

Management-System für Edge-Geräte und -Apps

Mit „Industrial Edge“ ist Siemens vor einiger Zeit in das Thema Edge Computing eingestiegen. Jetzt ergänzt das Unternehmen sein Industrial-Edge-Portfolio um eine zentrale und unternehmensweit skalierbare Infrastruktur für die Verwaltung miteinander verbundener Edge-Geräte und -Applikationen. Anwender können mit dem „Industrial Edge Management System“ den Zustand jedes verbundenen Geräts überwachen sowie Edge Apps und Software-Funktionen in verteilten Edge-Geräten aus der Ferne installieren. Zusammen mit dem schon erhältlichen Hard- und Software-Angebot bildet es die offene Plattform „Industrial Edge V1.0“, eine einsatzfertige und durchgängige Software zur produktionsnahen Datenverarbeitung mit integriertem Geräte- und Applikations-Lebenszyklus-Management.

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2. Anwender können eigene Edge Apps entwickeln

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