Elektroniknet Logo

Stemmer Imaging

Industrie 4.0 vereint zwei Welten


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Auswirkungen auf die Anwender

Auch in der Lebensmittelindustrie erledigt die Bildverarbeitungstechnik immer mehr Aufgaben und wächst nach und nach mit der Automatisierungstechnik zusammen.
Auch in der Lebensmittelindustrie erledigt die Bildverarbeitungstechnik immer mehr Aufgaben und wächst nach und nach mit der Automatisierungstechnik zusammen.
© Stemmer Imaging

Welche Auswirkungen hat das Zusammenwachsen der beiden Welten auf die Anwender?

Ich denke, Automatisierer müssen sich auf jeden Fall vermehrt mit dem Thema Bildverarbeitung beschäftigen, weil sie die Anforderungen von Industrie 4.0 ohne diese Technologie in vielen Fällen zukünftig nicht mehr erfüllen können. Bildverarbeitungssysteme müssen für den neuen Anwenderkreis einfach zu bedienen sein und dessen Kenntnisstand berücksichtigen. Diese Anforderung ist jedoch zugleich eine große Herausforderung, weil die Vielfalt der Bildverarbeitungs-Anwendungen sehr groß ist. Einerseits ist es ein Vorteil, wenn immer mehr Applikationen mit einfach bedienbaren Bildverarbeitungs-Geräten problemlos zu lösen sind. Andererseits verhindert ein zu starker Fokus auf „einfache Applikationen“ auch die Entwicklung wirklich innovativer Lösungen mit Alleinstellungscharakter.


Welche Ansätze sehen Sie, um den Einsatz von Bildverarbeitung auch in neuen Aufgabenfeldern voranzutreiben?

Ein wichtiges Schlagwort hierfür sind derzeit Machine-Learning-Methoden. Mit diesem Thema beschäftigen wir uns schon seit vielen Jahren und haben mit Technologien, die darauf beruhen, schon Tausende von Projekten erfolgreich durchgeführt. Durch die Begeisterung, die sich in letzter Zeit um den Begriff Deep Learning gebildet hat, ist der Einsatz der Technologie für die Bildverarbeitung auf breiter Basis populär geworden, auch wenn Deep Learning – also vielschichtige neuronale Netze – meines Erachtens für die industrielle Bildverarbeitung nicht optimal geeignet ist. Mit den richtigen Machine-Learning-Algorithmen werden wir jedoch schon bald leistungsfähige und flexible vertikale Lösungen sehen, die sogar in preisgünstigen Embedded-Systemen laufen und sehr wirtschaftliche Systeme ermöglichen werden.

Eine weitere Möglichkeit, Bildverarbeitung zu vereinfachen, besteht natürlich in der Nutzung grafischer Benutzeroberflächen, von denen besonders Programmierer und Integratoren durch eine schnelle Einarbeitung und kurze Time-to-Market-Phasen profitieren können. Ich empfehle hier jedoch unbedingt, auf eine herstellerunabhängige Hardware-Unterstützung Wert zu legen. In der Kameratechnologie bieten die etablierten Standards GigE Vision und USB3 Vision schon heute eine gute Grundlage, um für die meisten Applikationen gerüstet zu sein. Und für die unabhängige Kommunikation mit der Anlagensteuerung wird sich OPC UA etablieren.


Zurück zum Zusammenwachsen von Automatisierung und Bildverarbeitung: Wie beurteilen Sie diese Entwicklung zusammenfassend?

Schon seit Jahren besteht Konsens darüber, dass die Kombination der beiden Welten erhebliche Vorteile für Automatisierungstechnik-Anwender bieten und innovative Möglichkeiten schaffen kann. In Zeiten von Globalisierung und Industrie 4.0 ist eine enge Verbindung der beiden Schlüsseltechnologien eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliche Automatisierungslösungen. Mit den aktuellen Entwicklungen rund um den OPC-UA-Standard ist meiner Meinung nach ein großer Schritt getan, um integrierte Lösungen aus Bildverarbeitung und Automatisierung im Sinne der Anwender erheblich zu vereinfachen. Durch unsere unabhängigen Technologie-Schulungen zur Planung und Auslegung von Bildverarbeitungslösungen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum einfachen und risikofreien Einstieg in die Bildverarbeitung.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

  1. Industrie 4.0 vereint zwei Welten
  2. Die Auswirkungen auf die Anwender

Verwandte Artikel

STEMMER IMAGING AG