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Khronos und EMVA bereiten neue Industriestandards vor

22. Februar 2021, 18:00 Uhr   |  Markus Haller

Khronos und EMVA bereiten neue Industriestandards vor
© EMVA

Logo des europäischen Standardisierungsgremiums EMVA.

Bald soll es neue, offene Industriestandards für Embedded-Kameras und Sensor-Schnittstellen geben. Dafür kooperieren die beiden großen Gremien aus den USA und Europa und rufen zur Mitarbeit in der neu gegründeten »Exploratory Group« auf.

Der Aufruf des US-Gremiums Khronos und der European Machine Vision Association (EMVA) richtet sich an Software-Entwickler, Kamera- und Halbleiterhersteller, die in der Bildverarbeitung tätig sind. Entwickelt werden sollen offene Schnittstellen-Standards für die Steuerung von Embedded-Kameras und Bildsensoren. In der neu gegründeten »Embedded Camera API Exploratory Group« soll zunächst der Bedarf und das konkrete Arbeitsfeld definiert werden.

Das Projekt ist kein Versuchsballon, sondern wurde laut Khronos und EMVA aufgrund von wiederholten Anfragen aus der Industrie gestartet. Zwei Trends sprechen laut den Beteiligten für diesen Schritt: Zum einen werden Bildsensoren zunehmend mit Image-, Vision- und Inferencing-Beschleunigern betrieben und zum anderen verlangsamt sich die technische Weiterentwicklung von Embedded-Vision-Systemen. Die Ursache sehen Khronos und EMVA in fehlender Interoperabilität, die Entwicklungs- und Integrationskosten in die Höhe treibe. Eine Standardisierung von Embedded-Kameras und Bildsensoren soll die Entwicklungskosten für Kamerahersteller und Systemintegratoren senken. Ziel ist laut Mitteilung ein vereinheitlichter Systemaufbau, mit dem sich »eine breite Palette von Kamerasensoren, Tiefensensoren, Kamera-Arrays und ISP-Hardware« integrieren und ansteuern lässt. Die erzeugten Bilddaten lassen sich anschließend mit Hardware- und Software-Beschleunigern weiterverarbeiten.

Unterschrift als Eintrittsgeld

In der Arbeitsgruppe wird der Bedarf und das Arbeitsfeld (Scope of Work, SOW) für die Standardisierung abgesteckt. Die Umsetzung der definierten Projekte findet an anderer Stelle statt. Zur Teilnahme aufgerufen sind Firmen, Forschungsinstitute, Hochschulen, Universitäten und Einzelpersonen mit Expertenwissen. Die Treffen werden online stattfinden, das erste Mal am 25. März 2021. Zum Schutz von Firmengeheimnissen sind im Diskussionsrahmen keine detaillierten technischen Umsetzungen und Konstruktionsvorschläge vorgesehen. Die Arbeit findet unter einer Vertraulichkeitserklärung statt. Khronos und EMVA erwarten die Mitarbeit u.a. von den Khronos-Mitgliedern AMD, Arm, Cadence, Facebook, Google, Huawei, Nvidia, Qualcomm, RedHat und Texas Instruments. Von Seiten der Europäer: Allied Vision, Basler, Baumer, MVTec und Stemmer Imaging.

Neil Trevett: »Unsere Arbeit ergänzt sich sehr gut zur EMVA. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit und erhoffen uns ein aussagekräftiges Bild aus verschiedenen Teilen der Branche als Grundlage für die weitere Standardisierungsarbeit.«
© Nvidia

Neil Trevett: »Unsere Arbeit ergänzt sich sehr gut zur EMVA. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit und erhoffen uns ein aussagekräftiges Bild aus verschiedenen Teilen der Branche als Grundlage für die weitere Standardisierungsarbeit.«

Vortrag auf der embedded world Conference

»Nach dem großen Interesse der Industrie erschien uns die Zeit reif, um den tatsächlichen Bedarf an interoperablen Schnittstellen für embedded Kameras und Sensoren in einer Arbeitsgruppe zu identifizieren«, sagt Neil Trevett, Präsident der Khronos Group. »Das Thema ist für Khronos sehr relevant, da unsere Beschleuniger-APIs wie OpenCL, SYCL und OpenVX oft für Datenströme in Kamerasystemen genutzt werden.« Die Kooperation zwischen Khronos und EMVA wird auch Thema der Track-Keynote von Neil Trevett auf der embedded world Conference sein (Session 7.3 Embedded Vision: Systems Integration, 4. März 2021).

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