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Plattform Energy-Charts zeigt Daten zur Stromerzeugung

29. September 2020, 10:58 Uhr   |  Ute Häußler

Plattform Energy-Charts zeigt Daten zur Stromerzeugung
© Fraunhofer ISE

Neue Charts und Daten machen sichtbar, dass wenn die Börsenstrompreise unter den Preisen für CO₂-Emissionszertifikate liegen, der Betrieb von Kohlekraftwerken nicht rentabel ist.

Deutschlands umfangreichste Datenbank zur Stromerzeugung wurde weiterentwickelt, um Zusammenhänge zwischen verschiedenen Datenkategorien verständlicher darzustellen. Für Diskussionen im Rahmen der Energiewende sollen die öffentlich einsehbaren Fakten eine hohe Sachlichkeit gewährleisten.

Die öffentlich zugängliche Plattform energy-charts.de bereitet seit 2014 Daten zur Stromerzeugung aus verschiedenen neutralen Quellen auf. Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde die Seite nun weiterentwickelt, um Zusammenhänge zwischen verschiedenen und zusätzlichen Datenkategorien besser darzustellen und damit verständlich zu machen. Die vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE geführte Plattform wurde grundlegend aktualisiert, erweitert und mobil lesbar gestaltet. Interaktiv und individuell anpassbar zeigt sie jetzt auch die Wirtschaftlichkeit der Energieträger und Zusammenhänge mit dem Wetter.

Neue Datenkategorien für Transparenz

Nutzer können sich ab sofort neben der Last auch die Residuallast als Leistungsdaten anzeigen lassen, die als Differenz zwischen der Last und der Abdeckung durch erneuerbare Energien übrig bleibt und von den konventionellen Energien gedeckt werden muss. Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung lässt sich nun auch im Viertelstunden-Takt aufgelöst anzeigen. Auch die Stromerzeugung und der -verbrauch durch Pumpspeicherkraftwerke wurden neu integriert. Für eine bessere Lesbarkeit lassen sich die Zahlenwerte direkt in der Grafik einblenden. Auf der Website sorgen über das Menü erreichbare Kategorien und Filtereinstellungen an der entsprechenden Grafik für eine sehr detaillierte Informationstiefe.

Wie etwa die CO2-Bepreisung wirkt, wurde mit dem Relaunch transparenter. Die neu gestaltete Webseite setzt jetzt neue Daten wie Börsenstrompreise und CO2-Preis so miteinander ins Verhältnis, dass klar wird, ab welchem Kostenniveau sich die Kohleverstromung für Kraftwerksbetreiber nicht mehr rechnet.

Neu ist die responsive Deutschland-Karte, die neben Infrastrukturdaten wie den Kraftwerken und den Gebieten der Übertragungsnetzbetreiber auch aktuelle Wetterdaten von den Stationen des Deutschen Wetterdienstes anzeigt. Der Nutzer kann sich eine eigene »Heatmap« erstellen, bei der die Werte für z.B. Solarstrahlung, Windgeschwindigkeit, Niederschlag, heiße Tage oder Eistage durch verschiedene Farbabstufungen dargestellt werden.

Effektiver Hebel CO₂-Preis

Ein wichtiger Hebel für die Dekarbonisierung des Energiesystems ist der vom jeweiligen Verursacher für die Emission einer Tonne CO2 zu bezahlende Preis. In der Kategorie »Preise« werden deshalb nun auch die aktuellen Preise der CO₂-Emissionszertifikate ausgewiesen, die bei der deutschen und der EU-Auktion ermittelt wurden. Diese können mit dem aktuellen Börsenstrompreis verglichen werden. Auf einen Blick wird so sichtbar, ob die Kohleverstromung für Kraftwerksbetreiber noch wirtschaftlich ist oder ob die Kraftwerke Verluste machen. So fallen bei Braunkohlekraftwerken pro MWh erzeugten Stroms durchschnittlich etwa 1,1 Tonnen CO₂ an. Bei einem Zertifikatspreis um die 25 Euro ist der Betrieb also erst ab einem Börsenstrompreis von 27,5 Euro/MWh wirtschaftlich. 

Schadstoff-Daten kommen

In den nächsten Schritten sollen u.a. Daten des europäischen Satelliten Sentinel 5P eingebunden werden, der Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Methan, Feinstaub etc. misst. Diese Schadstoff-Werte werden mit weiteren Datenkategorien verknüpft, wie zum Beispiel den Kraftwerksstandorten und den Windrichtungen, um den Einfluss einzelner Kraftwerke auf die Luftqualität aufzuzeigen. 

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