Schwerpunkte

Pandemien verhindern

Tierbeobachtung aus dem All macht´s möglich

10. September 2021, 08:30 Uhr   |  dpa ha

Tierbeobachtung aus dem All macht´s möglich
© Felix Kästle/dpa

Martin Wikelski, Projektleiter von »Icarus«, spricht vor dem Start des Projektes im März 2020 in einem Konferenzraum. Jetzt weiß er: Das Projekt läuft besser als gedacht. Aus den Daten der Tierwanderungen lassen sich viele interessante Schlüsse ziehen.

Im Rahmen Forschungsprojekts »Icarus« lassen sich ganze Tierarten weltweit beobachten – und viele Informationen sammeln – bis hin zur Verhinderung von Pandemien.

Für das deutsch-russische Projekt »Icarus« (International Cooperation for Animal Research Using Space) wurden Tausende Tiere mit kleinsten Sendern versehen, die ihre Daten an die Raumstation ISS schicken. Damit wollen die Forscher etwa das Zugverhalten von Vögeln untersuchen.

In einem nächsten Schritt sollen die Sender der Tiere nun noch kleiner und leichter werden und auch selbst einfache Berechnungen anstellen können, um so die zu übertragenden Daten noch geringer zu halten. Projektleiter Martin Wikelski von der Universität Konstanz sieht in dem Forschungsprojekt noch viel Potential. So könne man etwa anhand von Messdaten von Geiern im Himalaya Wetterdaten generieren, wo keine Wettersonde je hinkomme. Auch im Kampf gegen Wilderer oder zur Vorhersage von Vulkanausbrüchen sollen die massenhaft verteilten Kleinstsender helfen, Bewegungen von Tieren zu analysieren.

Auch zur Verhinderung einer weiteren Pandemie könnte das Tiermonitoring mittels »Icarus« demnach hilfreich sein. Das Projekt kann Aufschluss über Wanderungsbewegungen von Tieren und so auch zur Übertragung von Krankheitserregern auf Menschen geben. An «Icarus» sind unter anderem auch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt.

Der wissenschaftliche Betrieb des Projekts hatte am 10. September 2020 begonnen. Mittlerweile sei es möglich, ganze Tierarten weltweit zu verfolgen, sagte Wikelski. Als »Icarus« vor einem Jahr gestartet wurde, war noch nicht klar, wie gut es funktionieren würde, denn man habe das System vorher nicht wirklich testen können, wie Martin Wikelski erklärt. Jetzt laufe viel besser als gedacht.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

elektroniknet