TÜV Süd

Schärferes Vorgehen gegen Prüfzeichenfälscher

15. Juni 2022, 16:12 Uhr | Nicole Wörner
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Produkt- und Prüfzeichenfälschungen können erheblichen Schaden anrichten. Nun verschärft der TÜV Süd seinen Kampf gegen Produktpiraterie. Dabei geht es neben dem Schutz von Prüfzeichen und Marken vor allem um die Sicherheit und Gesundheit der Verbraucher.

Fälschungen betreffen alle Wirtschaftszweige, nahezu jeder Sektor ist inzwischen davon betroffen - darunter Konsumgüter und Elektronik, Lebensmittel und Getränke, Arzneimittel und Medizinprodukte wie Schutzausrüstungen in der COVID-19-Pandemie.

Die Zeit der Pandemie hat in den USA und in Europa aufgrund des verstärkten Online-Shoppings zu einem starken Anstieg von gefälschten und minderwertigen Produkten geführt. Jüngsten Berichten der OECD und des EUIPO zufolge beläuft sich der Handel mit gefälschten und nachgeahmten Produkten auf mehr als 500 Milliarden Dollar jährlich, was mehr als 3 % des Welthandels (EU: 121 Mrd. Euro, fast 7 % des EU-Handelsvolumens) entspricht.

Die Behörden diesseits und jenseits des Atlantiks...

...haben in den letzten Jahren Millionen von gefälschten, minderwertigen oder missbräuchlich gekennzeichneten Produkten beschlagnahmt und damit die Welt sicherer gemacht. Allein in den letzten fünf Jahren ist der TÜV Süd in über 200 Fällen an der EU-Außengrenze vor der Einfuhr in die EU und in ebenso vielen bei Messekontrollen an Ausstellungsständen gegen Prüfzeichenfälscher vorgegangen. Dabei konnten mit Hilfe der Verfolgungsbehörden über eine Million Produkte beschlagnahmt und aus dem Verkehr gezogen werden, davon ca. 800.000 an der EU-Außengrenze sowie weitere bei Messekontrollen.

»Die Fälschung von Produkten ist ein ernsthaftes Problem,...

...das wir mit allen Mitteln bekämpfen müssen«, sagt Holger Lindner, CEO der TÜV Süd Product Service Division. Der materielle Schaden für die einzelnen Unternehmen und für die Gesamtwirtschaft sei gewaltig. »Zudem unterlaufen Produktpiraten die gesetzlichen Vorgaben für sicherheitsrelevante Prüfungen, beispielsweise nach dem deutschen Geräte- und Produktsicherheitsgesetz oder nach den europäischen Produktsicherheitsrichtlinien.«

Wenn Produkte geprüft und zertifiziert werden,...

...geschieht dies in der Regel, um Gefahren wie Stromschlag, Feuer, Verbrennungen, chemische Risiken, elektromagnetische oder ionisierende Strahlung und daraus entstehende Personenschäden zu vermeiden. Hersteller und Händler, die die ordnungsgemäßen Prüf- und Zertifizierungsanforderungen umgehen, setzen die Verbraucher einem Risiko aus. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, arbeiten Markeninhaber, Verbände und Behörden auf internationaler Ebene immer enger zusammen. Zur Unterstützung hat das EU-Markenamt in Alicante zur intensiveren und sicheren Kommunikation der Markeninhaber mit den EU-Law-Enforcement-Behörden das EUIPO-IP Enforcement Portal eingerichtet, wo derzeit bereits mehrere hundert Behörden angeschlossen sind.


  1. Schärferes Vorgehen gegen Prüfzeichenfälscher
  2. Null-Toleranz-Strategie bei Prüfzeichenfälschern
  3. Wie unterscheidet man echtes von gefälschtem Prüfzeichen?

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