Schwerpunkte

Für schnellere Covid-19-Diagnosen

MAN hat rollendes Diagnoselabor entwickelt

23. Oktober 2020, 13:45 Uhr   |  Markus Haller

MAN hat rollendes Diagnoselabor entwickelt
© MAN

Covid-19-Diagnosefahrzeug in der 3,5-Tonner-Variante.

Die Testkapazität der rollenden Labore beträgt 500 Tests pro Fahrzeug und Tag. Testergebnisse sollen in weniger als einer Stunde vorliegen.

Konzipiert wurden die Diagnostikfahrzeuge für Vor-Ort-Tests an Schulen, Unternehmen oder Altersheimen. Sie sollen Mitarbeiter des Gesundheitswesens bei der schnellen Erkennung und Bewertung von lokalen Ausbrüchen unterstützen und können auch an Grenzübergängen entlang der Autobahn eingesetzt werden.

PCR-Schnelltester

Als Diagnosegeräte werden Vivalytic-Geräte von Bosch verwendet. Es sind PCR-Schnelltester, die innerhalb von 39 Minuten ein Testergebnis liefern. Sie gelten als die aktuell schnellsten zugelassenen Corona-Tests am Markt. Die PCR-Testergebnisse werden vom Testgerät auf einen Laptop übertragen und von dort über Internetverbindung an die zuständigen Gesundheitsbehörden und Ämter geschickt. Die Internetverbindung wird über eine hauseigen entwickelte Telematik-Box hergestellt. Entwickelt wurden zwei Fahrzeugmodelle, die sich u.a. in den Testkapazitäten unterscheiden.

Covid-19-Diagnosefahrzeug

Im 3,5-Tonner befinden sich 16 PCR-Tester im Fahrzeug. Die Abstriche werden vor dem Fahrzeug durchgeführt.
Innenbereich des 3,5-Tonners. Die Vivalytic-Testgeräte sind im Rack-System untergebracht.
Innenausstattung: Hygienische Oberflächen, Rechnerplatz mit 220-V-Anschluss, Waschbecken und Lagerfläche.

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Zwei Fahrzeugvarianten

Ein 3,5-Tonnen-Transporter ist mit 16 integrierten PCR-Testern, untergebracht in Rack-Systemen, auf einen hohen Testdurchsatz für große Unternehmen oder Großveranstaltungen ausgelegt. Die Abstriche erfolgen außerhalb des Fahrzeugs durch medizinisches Fachpersonal.

Die zweite Fahrzeugvariante ist ein 5,5-Tonner mit separatem Abstrichraum innerhalb des Fahrzeugs. Über beidseitige Markisen können zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. In dieser Langversion sind 8 PCR-Testgeräte integriert. Für eine Aufrechterhaltung eines Einbahnstraßensystems bei den Abstrichen ist das Fahrzeug (Typ: MAN TGE) mit zwei automatischen, seitlichen Schiebetüren ausgestattet.

Das Diagnostikfahrzeug wird von einem 2,0-l-Turbodieselmotor mit 177 PS angetrieben. Es kann optional mit Allradantrieb und 8-Gang-Automatikgeriebe versehen werden. Zur Serienausstattung gehören unter anderem hygienische Oberflächen, automatische Schiebetüren, Klimaanlage sowie Standklimaanlage und eine automatische Trittstufe. Als Sonderausstattung kann das Fahrzeug unter anderem mit bis zu zwei Waschbecken (für Test- und Abstrichraum), einem Rechnerplatz mit 220 V-Anschluss sowie Kühlschrank zum Lagern von Antikörper-Tests ausgestattet werden.

Kooperationspartner und Verfügbarkeit

Die Entstehungsgeschichte hinter dem Fahrzeug ist laut MAN eine besondere, weil sich die Kooperationspartner aus sehr unterschiedlichen Disziplinen ungewöhnlich schnell zusammengeschlossen und die Zusammenarbeit vorangetrieben hätten.

Idee und Konzept des mobilen Coronavirus Diagnostikfahrzeugs stammen von Leeloo Medical und MAN Truck & Bus. Die MAN Nutzfahrzeugsparte übernimmt auch die Vermarktung. Beratungskompetenz im Umgang mit Patienten stammen vom Ambulanzdienstleister MKT-Krankentransport, die von MAN und dem Ambulanzfahrzeugbauer AMS umgesetzt werden. Die Begutachtung des Fahrzeugs und Gefährdungsbeurteilung erfolgte durch den Fachberater Seuchenschutz vom Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. (MHW).

Die Fahrzeuge sind kommerziell verfügbar. Die ersten beiden wurden im Oktober 2020 fertiggestellt und können in ganz Europa (27+3) eingesetzt werden.

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