Uni Stuttgart und KIT kooperieren Neuer Innovationscampus für Mobilität in Stuttgart

Der Innovationscampus „Mobilität der Zukunft“ strebt ein klareres Bild der notwendigen Innovationen für die Mobilität von übermorgen an.
Der Innovationscampus „Mobilität der Zukunft“ strebt ein klareres Bild der notwendigen Innovationen für die Mobilität von übermorgen an.

Die Uni Stuttgart und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bündeln ihre Forschung in einem neuen Innovationscampus 'Mobilität der Zukunft'. Begonnen wird mit emissionsfreien Antrieben und der Additiven Fertigung.

Sichere und nachhaltige Mobilität als eine der großen Zukunftsfragen der Gesellschaft – von der urbanen Pendelstrecke bis zur Handelsschiffsroute auf dem Ozean. Im „Innovationscampus ‚Mobilität der Zukunft‘ – Forschung für die nachhaltige Mobilität für übermorgen“ arbeiten Karlsruher und Stuttgarter Professoren aus den Gebieten Fahrzeugtechnik, Produktentwicklung, Produktionstechnik, Chemie, Werkstoffe, Elektrotechnik, Flugzeugbau und Werkzeugmaschinen zusammen.

Der ICM wird vom Land Baden-Württemberg mit rund zehn Millionen Euro gefördert und hat am Montag in Stuttgart im Beisein von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer seine Arbeit aufgenommen.

“Neue, bahnbrechende Technologien” sollen nach dem Motto „fail fast and often“ identifiziert werden, daneben Kooperationsorte, Innovations- und Gründungskultur geschaffen, Nachwuchs gefördert und die Forschungsstandorte in Baden-Württemberg vernetzt werden.

Die erste Phase startet das ICM mit den Forschungsschwerpunkten „Additive Fertigung“ sowie „Emissionsfreie Antriebe“.

Im Fokus steht ein Technologiesprung in der Fertigungstechnik: einerseits die Vision einer dezentralen Produktion, die durch eine voll flexibel einsetzbare Fertigungstechnik – die Universalmaschine – getragen wird. Durch sie werden nur noch die Fertigungsdaten digital übertragen, dagegen lassen sich Produkte vor Ort bei Bedarf kurzfristig, hochwertig, günstig und in beliebig kleinen Stückzahlen herstellen, anstatt sie in Lagern vorzuhalten und über aufwendige, Verkehr verursachende Logistikketten zu verteilen.

Auf der anderen Seite können neue Produktionstechniken auch Antriebe und Fahrzeuge emissionsärmer machen, indem sie Gewicht, Bauraum, Material und Energie sparen helfen oder Funktionalitäten verschiedener Bauteile zusammenführen. Im ICM sollen daher auch Konzepte für kleine Fahrzeuge und die dazugehörigen Komponenten erarbeitet werden, die speziell auf die Anforderungen der „First & Last Mile“-Mobilität zugeschnitten sind, also die bedarfsgerechte Verknüpfung von individuellen und öffentlichen Verkehrssystemen.

Anhand von Prototypen – emissionsfreie Fahrzeuge und Mobilitätskonzepte, die die Digitalisierung ausnutzen – sollen die Konzepte der ersten Phase geprüft und demonstriert werden. Die Schwerpunkte der weiteren Phasen will man zusammen mit den beteiligten Wissenschaftlern und externen Experten im Rahmen eines Think Tanks bilden.

Darüber hinaus können themenabhängig, in Kooperation weitere baden-württembergische Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie kleinere und mittlere Unternehmen in Baden-Württemberg mit gemeinsamen Projekten integriert werden. Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg fördert den ICM mit zehn Millionen Euro über fünf Jahre.

Ergänzend wird die Einrichtung von Nachwuchsgruppen, einer Professur „Laseranlagentechnik“ an der Universität Stuttgart und einer Professur „Digitalisierung der Material- und Prozessentwicklung für Additive Fertigung“ am KIT für zehn Jahre unterstützt.