Wachstumsrückgang für Huawei Multisourcing-Strategie gegen US-Restriktionen

Wegen der Corona-Pandemie stagnierte der Umsatz von Huawei im ersten Quartal. Gegen schärfere Restriktionen der USA will Huawei mit einer Multisourcing-Strategie reagieren.

Vor allem wegen schwacher Nachfrage aus den Smartphone- und Infrastruktursektoren wuchs der Umsatz von Huawei im ersten Quartal nur um 1,4 Prozent auf 25,7 Mrd. Dollar.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz im ersten Quartal noch um 39 Prozent in die Höhe geschossen. Die Marge ging im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal von 8 auf 7,2 Prozent zurück.

Nach den Worten von Victor Zhang, Vice President von Huawei, sei das angesichts der Handelsrestriktionen der USA und den Folgen der Corona-Pandemie immer noch ein gutes Ergebnis. Huawei stützt sich jetzt vor allem auf den Heimatmarkt, der sich jetzt nach der Eindämmung des Coronavirus und einem historischen Rückgang im ersten Quartal wieder erholen dürfte.  

Zudem reagiert Huawei darauf, dass die USA die Handelsrestriktionen noch verschärfen könnten. »Wir könnten in diesem Fall immer noch Chips von Samsung in Südkorea, Mediatek in Taiwan, Spreadtrum in China und von europäischen Herstellern kaufen«, erklärte ein Huawei-Sprecher in der Nikkei Asian Review. Außerdem würde die Chipindustrie in China wachsen. Das wäre wohl entscheidend, denn die USA könnten die Handelsrepressionen gegen Huawei verschärfen, indem sie Firmen, die amerikanische Maschinen für die Fertigung der Chips und Software-Tools für ihre Entwicklung einsetzen, unter Druck setzen, nicht an Huawei zu liefern.

Derzeit lässt Huawei viele High-End-Chips, die in Produkten wie Smartphones, Servern und Telekommunikationsausrüstungen benötigt werden, von TSMC fertigen. Allerdings übernimmt laut Nikkei Asian Review die chinesische Foundry SMIC zunehmend die Produktion von Chips der niedrigen und mittleren Leistungsfähigkeiten. Huawei wolle laut dem Firmensprecher die Multisourcing-Strategie fortsetzen: »Wir verlassen uns nicht auf einen Hersteller oder ein Land.«