MEMS-basierte Frequenzgeber SiTime will an die Börse

Will den MEMS-Timing-Spezialisten jetzt an die Börse führen: Rajesh Vashist (l.), CEO von SiTime, im Gespräch mit Heinz Arnold, Markt&Technik.
Will den MEMS-Timing-Spezialisten jetzt an die Börse führen: Rajesh Vashist (l.), CEO von SiTime, im Gespräch mit Heinz Arnold, Markt&Technik.

Der Hersteller von MEMS-basierten Frequenzgebern strebt jetzt den Börsengang in den USA an.

Einen entsprechenden Antrag hat SiTime bei der zuständigen Behörde in den USA gestellt, über die Anzahl der Aktien und eine mögliche Preisspanne war noch nichts zu erfahren.

Nach eigenen Angaben hat SiTime bisher 1,5 Mrd. Frequenzgeber auf MEMS-Basis ausgeliefert und hielt 2018 einen Marktanteil von 90 Prozent.  Schon Ende vergangenen Jahres zeigte sich Rajesh Vashist, CEO von SiTime, im Gespräch mit Markt&Technik überzeugt, dass sein Unternehmen von den stark wachsenden Sektoren IoT und 5G profitieren könne: »Wir haben uns deshalb besonders auf den Einsatz in Geräten für Networking und Telekomunikation, für Autos und IoT konzentriert.« Hier kämen die Vorteile der MEMS-Technik – kleine Bauform, geringe Leistungsaufnahme, Genauigkeit und Robustheit – zu tragen. Darüber hinaus hat SiTime ein Plattform-Konzept entwickelt, das es den Anwendern einfach mache, die Timing-Systeme einzusetzen. Deshalb habe SiTime den Umsatz seit 2015 kontinuierlich deutlich steigern können.

»Wir verändern die Welt des Timing fundamental!«, erklärte Vashist damals selbstbewusst. SiTime habe sich mit den MEMS-basierten Timing-Plattformen ausschließlich auf dieses Ziel fokussiert und es sei genügend Potenzial vorhanden, über die nächsten 40 Jahre noch weiterwachsen zu können.

In Deutschland arbeitet SiTime unter anderem mit SE Spezial-Electronic zusammen. Das Unternehmen bietet  als einziger europäischer Vertriebspartner einen eigenen Programmierservice für SiTime-Produkte. Aktuell können rund 40.000 Oszillatoren pro Tag programmiert werden, die in der Regel innerhalb von weniger als  zwei Tagen ausgeliefert werden.

2014 hatte MegaChip den MEMS-Timing-Spezialisten SiTime für 200 Mio. Dollar gekauft. Schon zuvor hatte Micrel den MEMS-Wettbewerber Discera übernommen, Micrel selbst ist dann bei Microchip gelandet.

Markus Lutz, der SiTime 2005 mitgegründet hatte und der heute CTO von SiTime ist, hatte bereits an der MEMS-Entwicklung bei Bosch gearbeitet und dort das erste in Stückzahlen hergestellte MEMS-Gyroskop der Welt entwickelt. Auch heute noch fertigt Bosch neben Tower Jazz die MEMS-Timing-Produkte. Ende vergangenen Jahres hatte SiTime mit Bosch eine strategische Technologiepartnerschaft vereinbart, um neue Prozesse und Verfahren für die Fertigung von MEMS-Resonatoren der nächsten Generation zu entwickeln, wie sie in 5G, im IoT und in der Automobilelektronik benötigt werden.