Elektroniknet Logo

Vertragspreise für NAND-Produkte

Plus 5 bis 10 Prozent im dritten Quartal

Die Preissteigerungen in verschiedenen Sektoren von NAND-Flash-Produkten wie sie Trendforce für das dritte Quartal prognostiziert.
Die Preissteigerungen in verschiedenen Sektoren von NAND-Flash-Produkten wie sie Trendforce für das dritte Quartal prognostiziert.
© Trendforce

Laut Trendforce werden die Preise für NAND-Flash-Produkte im dritten Quartal 2021 gegenüber dem zweiten um 5 bis 10 Prozent steigen.

Denn der Bedarf an SSDs bleibe in den meisten Sektoren hoch, die Knappheit auf dem Sektor der NAND-Flash-Controller halte an. Hier die Sektoren im Einzelnen:

Client-SSDs: Plus 3 bis 8 Prozent

Laut Trendforce wird der Bedarf an Client-SSDs im dritten Quartal ansteigen. Dazu haben die Analysten mehrere Ursachen ermittelt: Die starke Nachfrage nach Notebooks und Systeme auf Basis des neuen Ice-Lake-Prozessors von Intel führten zu einem erhöhten Bedarf an SSDs. Gleichzeitig steige die durchschnittliche Speicherkapazität und die Hersteller hätten mit der Knappheit der NAND-Flash-Controller zu kämpfen.  Auch der Bedarf an SSDs für Server steige. Folglich würden SSDs knapper und die für die Quartalsverträge ausgehandelten Preise zögen an. Allerdings lieferten die Hersteller im zweiten Quartal 2021 SSDs auf Basis von NAND-Flash-ICs mit einer höheren Anzahl an Layern. Jetzt werden hauptsächlich SSD-Versionen angeboten, in denen 128-Layer-NAND-ICs zum Einsatz kommen. Damit erhöhe sich der Druck in Richtung niedrigerer Preise in den Vertragsverhandlungen. Insgesamt rechnet TrendForce damit, dass die Preise für NAND-Flash-ICs im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal um 3 bis 8 Prozent steigen, was gegenüber den Preissteigerungen im zweiten Quartal etwas moderater ausfiele.  

Enterprise-SSDs: Plus 15 Prozent

Im Sektor der Datenzentren war es über die vergangenen drei Quartale zu Lageranpassungen gekommen. Seit dem zweiten Quartal würden wieder Lagerbestände an Enterprise-SSDs aufgebaut. Zudem hätten die neuen Plattformen auf Basis der Ice-Lake-Prozessoren von Intel den Bedarf an SSDs angetrieben. Daher würden die in den Verträgen für das dritte Quartal ausgehandelten Preise steigen. Die Lagerbestände der NAND-Flash-Hersteller würden für vier bis fünf Wochen reichen. Außerdem haben sie mit Knappheiten in anderen Halbleitersektoren zu kämpfen. Auf der anderen Seite wachse die Zahl der ausgelieferten Server. Samsung hat nach Ansicht der Analysten eine höhere Flexibilität für die Lieferung der SSDs, weil das Unternehmen einen hohen Anteil an ICs im eigenen Haus fertigt. Deshalb nehme Samsung auf den Ausgang der Preisverhandlungen für das dritte Quartal einen starken Einfluss. Die Analysten prognostizieren für PCIe-4/8-TB-SSDs einen Preisanstieg von 15 Prozent im dritten Quartal.

eMMCs: Plus 0 bis 5 Prozent

Der Bedarf an eMMCs für Konsumergeräte wie Fernseher und Tabletts werde im dritten Quartal weiter zunehmen. Auch die Verkaufszahlen für Chromebooks seien weiterhin stark. Also würde der Bedarf an eMMCs im dritten Quartal stark bleiben. Allerdings halte die Knappheit an NAND-Controllern an, weil die Foundries nach wie vor an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Außerdem werden eMMCs auf Basis älterer Prozesse gefertigt. Deshalb sei die Fertigungskapazität für eMMCs geringer und mittlere Speicherkapazität begrenzt. Die Preise von eMMCs mit geringer Kapazität sind allerdings schon im zweiten Quartal stark in die Höhe gesprungen. Der Spielraum für weitere Preissprünge sei deshalb sehr begrenzt. Deshalb prognostiziert Trendforce einen Preisanstieg zwischen 0 und 5 Prozent für eMMCs.

UFS: Plus 0 bis 5 Prozent

Die Covid-19-Welle in Südostasien hat einige Mobiltelefon-Hersteller wie OPPO, Vivo und Xiaomi getroffen, die Smartphones in Indien sowohl fertigen als auch verkaufen. Deshalb haben sie ihre Ziele für die Jahresproduktion gesenkt. Apple dagegen legt Komponenten auf Lager, weil sich das Unternehmen auf den Start neuer iPhone-Serien vorbereitet. Außerdem steht die Hauptverkaufszeit in der zweiten Jahreshälfte an, weshalb die Nachfrage nach Mobiltelefonen weiterhin stark bleibe und deshalb auch der Bedarf an Speicherkomponenten für Mobiltelefone einschließlich der UFS-Produkte. Die NAND-Hersteller haben ihre Aufmerksamkeit verstärkt dem Bedarf aus Datenzentren und Enterprise-Servern zugewandt. Ihre Lagerbestände lägen auf relativ niedrigem Niveau, weil viele SSDs in den Enterprise-Bereich gegangen seien. Die Vertragspreise für UFS-Produkte würden im dritten Quartal zwischen 0 und 5 Prozent steigen.

NAND-Flash-Wafer: Plus 8 bis 13 Prozent

Die Hersteller von NAND-Flash-ICs geben der Versorgung der Datenzentren und Enterprise-Server die höchste Priorität. Die Kapazität gemessen in Bit ist signifikant gewachsen, weil der Anteil der 4-/8-TB-SSDs stark ansteigt.  Zudem liegen die Lagerbestände der NAND-Flash-Hersteller niedrig.  Insgesamt sehen die Hersteller laut Trendforce derzeit keinen Grund, die Zahl der produzierten NAND-Flash-Wafer zu erhöhen. Deshalb ist Trendforce überzeugt, dass die Preise auch dann noch steigen würden, wenn der Bedarf etwas schwächer ausfiele. So könnten die Hersteller ihre Margen steigern. Deshalb rechnet Trendforce mit einem Anstieg der Waferpreise zwischen 8 und 13 Prozent im dritten Quartal.

Relevante Anbieter


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

elektroniknet