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Chinas Big Fund

Milliarden für High-End-ICs

16. März 2018, 07:02 Uhr   |  Heinz Arnold

Milliarden für High-End-ICs
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Der chinesische Big Fund investiert kräftig: Yangtze Memory will noch in diesem Jahr NAND-ICs fertigen. Apple zeigt sich interessiert.

China sieht sich von High-End-Chips abhängiger als vom Ölimport – und gibt Milliarden aus, um das zu ändern.

»Wir müssen uns auf die Entwicklung von High-End-Chips wie CPUs, FPGAs und Speicher-ICs konzentrieren«, sagt Ding Wenwu, Präsident des China Integrated Circuit Industry Investment Fund, oder kurz »Big Fund«. Der Big Fund will mit der Unterstützung des Finanzministeriums sowie weiterer chinesischen Behörden Geld sammeln, um es in den Aufbau der chinesischen Chipindustrie zu investieren und China so langfristig von den Importen der Chips unabhängig zu machen.

Im Jahr 2014 gestartet, hat der Big Fund in seiner ersten Phase bereits 22 Mrd. Dollar eingesammelt, vor allem auch von lokalen Regierungen und Privatinvestoren. Derzeit läuft die zweite Phase. Der Big Fund will vor allem dafür sorgen, dass die Investitionen abgestimmt verlaufen, dass die verschiedenen Beteiligten das Rad nicht zweimal erfinden, sich selber Konkurrenz machen und dass sie nicht in die Fertigung von Low-End-ICs investieren.

260 Mrd. Dollar – mehr als für Öl

Dass es für China wichtig ist, die fortschrittlichsten Chips im eigenen Land entwickeln und fertigen zu können, zeigt vor allem eine Zahl: 260 Mrd. Dollar. Für diesen Betrag hat China im vergangenen Jahr Geräte eingeführt, die ohne Chips nicht funktionieren würden. Weil sie das Gehirn der Geräte bilden und sich auch für Überwachungsaufgaben eignen, würden sie auch für die nationale Sicherheit von großer Bedeutung sein und daher würde China unermüdlich daran arbeiten, diesen Sektor auf- und auszubauen. Das Thema schaffte es sogar an prominenter Stelle auf Chinas Volkskongress.

Zwar gibt es in China bereits Firmen wie die Huawei-Tochter HiSilicon und die Tsinghua Unigroup – aber noch sind keine wirklich bedeutenden Chiphersteller in China entstanden. Auch wenn sich eher im Verborgenen einiges tut. So soll Intel mit der Tsinghua Unigroup in enger Verbindung stehen und auch schon 1,5 Mrd. Dollar investiert haben. Darüber wie die Verbindungen aussehen und ob Intel IP für die Fertigung von 3D-NAND-Flash-ICs an chinesische Firmen vergeben würde, darüber schweigt sich das Unternehmen aus.

Der Big Fund ist jedenfalls dabei, in den Aufbau von IC-Firmen zu investieren, drunter die Foundry Semiconductor Manfacturing International (SMIC), Jiangsu Changjiang Electronics Technology, Unigroup Spreadtrum & RDA und  Yangtze Memory Technology sowie die Equipment-Firmen wie Naura Microelectronics Equipment and Advanced Micro-fabrication Equipment.

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