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Zwei 300-mm-Fabs geplant?

Foxconn will Chips fertigen

07. Mai 2018, 06:08 Uhr   |  Heinz Arnold

Foxconn will Chips fertigen
© Foxconn

Foxconn plant angeblich den Bau von zwei IC-Fabs

Foxconn Technology, die unter anderem die iPhones für Apple fertigt, will laut Berichten in asiatischen Publikationen in die Fertigung von Chips einsteigen.

Laut »The Paper« will Foxconn, die weltweit größte EMS-Firma, zwei neue Fabs für die Fertigung von ICs auf 300-mm-Wafern bauen. Foxconn – auch unter dem Namen Hon Hai Precision bekannt – hat sich zu den Gerüchten bisher nicht geäußert.

Billig dürfte der Einstieg nicht werden. Derzeit steckt die chinesische Regierung Milliarden Dollar in den Aufbau einer eigenen Halbleiterfertigung. TSMC investiert mindestens 20 Mrd. Dollar in eine neue Fab.

Interesse daran, in die Chipfertigung einzusteigen, hatte das Unternehmen unlängst bekundet: Es hatte sich am Bieterwettbewerb um die zum Verkauf stehende Speichereinheit von Toshiba bemüht. Obwohl Foxconn das höchste Gebot abgegeben hatte, konnte sich die japanische Regierung offenbar nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass nach Sharp – im Jahr 2016 hatte Foxconn den angeschlagenen Elektronikkonzern für 3,8 Mrd. Dollar gekauft – auch noch die erfolgreiche NAND-Flash-Speichertochter des wegen Misserfolgen in ganz anderen Bereichen angeschlagenen Toshiba-Konzerns plötzlich  zu Foxconn gehören sollte.  

Den Zuschlag bekam ein Konsortium um Bain Capital, dem auch SK Hynix angehört, und das jetzt immer noch auf die Zustimmung der chinesischen Kartellbehörden wartet. Ob die China den Kauf genehmigen wird und Toshiba Memory nun an dieses Konsortium verkauft werden kann, ist derzeit nicht abzusehen.

Weil das unmittelbare Überleben von Toshiba nicht mehr nur vom Verkauf und den 18 Mrd. Dollar abhängt, die er in die Kasse des krisengeschüttelten Konzerns spülen würde, stehen im Moment wieder Alternativen zur Diskussion. Zumal einige aktivistische Anteilseigner von Toshiba die 18 Mrd. Dollar inzwischen für unterbewertet halten und beispielsweise einen Börsengang bevorzugen würden.

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