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Geschäftsklimaindex der ECIA

Bauteilemarkt erreicht spektakulären Höchststand

09. April 2021, 10:30 Uhr   |  Ralf Higgelke

Bauteilemarkt erreicht spektakulären Höchststand
© Gerd Altmann / Pixabay

Das Geschäftsklima am Markt für Elektronikkomponenten hat sich rasant verbessert, wie die monatliche »Electronic Component Sales Trend« der ECIA belegt. Der ECST-Index stieg von Februar auf März 2021 von 132 auf 158 Punkte. Trotzdem bleibt die Lieferkette angespannt.

Die Umfrage der Electronic Components Industry Association (ECIA), die das monatliche Umsatzwachstum bewertet, stieg von Februar auf März um 26 bis 27 Punkte für Bauelemente und Endmärkte. Wie in Bild 1 zu sehen ist, stieg der durchschnittliche Gesamtwert für Komponenten im März auf 158 Punkte im Vergleich zu 132 Punkten im Februar.

ECIA, Electronic Component Sales Trend, ECST
© ECIA

Im März 2021 hat das Geschäftsklima am Markt für Elektronikkomponenten einen Höchststand erreicht.

Diese Marktentwicklung übertrifft bei weitem die Erwartungen für den März 2021 im Vergleich zum Februar und setzt den kräftigen Anstieg des ECST-Index (Electronic Component Sales Trend) fort, der im Januar 2021 begann. Während die Umsatzerwartungen von März auf April nicht so stark sind wie die tatsächliche Messung im März, sollte man bedenken, dass jeder Wert über 100 darauf hinweist, dass ein Zuwachs der Umsätze zu erwarten ist. Vor diesem Hintergrund ist der Gesamtdurchschnitt des Index mit Blick auf den April ebenfalls extrem stark.

Der Index zeigt, dass die Nachfrage auf den Endmärkten weiterhin die Nachfrage nach Produkten widerspiegelt. Bild 2 zeigt, wie viel Prozent der Befragten im Vergleich zum Vormonat ein Marktwachstum in den Endmärkten erwarten. Die durchschnittliche Einschätzung zum Marktwachstum im März 2021 beläuft sich auf 57 Prozent der Befragten, während praktisch niemand den Markt im März als rückläufig einschätzte. Der Gesamtausblick für April erreicht ein ähnlich optimistisches Niveau.

ECIA, Electronic Component Sales Trend, ECST
© ECIA

Die durchschnittliche Einschätzung zum Marktwachstum im März 2021 beläuft sich auf 57 Prozent der Befragten, während praktisch niemand den Markt im März als rückläufig einschätzte.

Der ECST-Index verdeutlicht die unglaubliche Stärke des Marktes, der momentan von mehreren starken Kräften angetrieben wird. Erstens verhält sich der Markt weiterhin zyklisch, und der Aufwärtstrend im Zyklus, der Ende des dritten Quartals 2019 begann, überwand tatsächlich die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie im Hinblick auf das vierteljährliche und jährliche Umsatzwachstum. Hinzu kommt, dass in einem Markt, der sich durch die Veränderungen im Sozial- und Kaufverhalten aufgrund der Pandemie umgestaltet und neu definiert hat, Nachholbedarf besteht. Und schließlich gewinnen neue Technologien in diesem wiederbelebten Markt an Zugkraft und sorgen für eine hohe Begeisterung für die Einführung von und den Zugang zu Produkten, die auf Basis dieser neuen Technologien entwickelt wurden.

Liefersituation weiter angespannt

Wie die Akteure in der Lieferkette für Elektronikkomponenten nur zu gut wissen, hat der sprunghafte Anstieg der Produktnachfrage die Lieferkapazitäten bei weitem übertroffen. Infolgedessen haben sich die Lieferzeiten in einem solchen Maß verlängert, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, rechtzeitig und angemessen beliefert zu werden, um ihrerseits die Nachfrage ihrer Kunden zu bedienen.

ECIA, Electronic Component Sales Trend, ECST
© ECIA

Etwa 80 Prozent der Befragten sehen, dass die Lieferzeiten ansteigen.

Dieser Effekt wird durch den sogenannten Bullwhip-Effekt verstärkt, da sich die erhöhte Nachfrage auf dem Endmarkt in der Lieferkette bemerkbar macht. Die Unternehmen arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Lagerbestände aufzufüllen und sich auf zukünftiges Wachstum vorzubereiten. Die ECST-Umfrage misst auch den Anstieg der Lieferzeiten, was weitere von der ECIA veröffentlichte Daten zu Lieferzeiten untermauert. Das Diagramm, das die Lieferzeiten darstellt, unterstreicht, wie stark der Druck auf die Lieferzeiten zunimmt, was sich auch in einem stark steigenden Preisdruck niederschlägt (Bild 3).

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