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SAP und Telekom ziehen positive Bilanz

100 Tage Corona-Warn-App

23. September 2020, 09:03 Uhr   |  dpa, Newsdesk st

100 Tage Corona-Warn-App
© m.mphoto / AdobeStock

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. »Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen«, sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems.

Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz von T-Systems als einen »Vertrauensbeweis der Bevölkerung«. Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen.

Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Michael Schuster, »Co-Lead« des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen.

Manuel Höferlin (FDP), Vorsitzender des Digitalausschusses im Bundestag, sagte, die Corona-Warn-App sei »technisch sehr gut gemacht«. Er bemängelte aber, dass die App nach wie vor erst ab 17 Jahren heruntergeladen werden könne. Anke Domscheit-Berg, die Digitalexpertin der Linken-Fraktion im Bundestag, lobte »die Kombination aus transparenter Entwicklung und Datensparsamkeit«. Aus ihrer Sicht sollten aber mehr Menschen die App nutzen. Sie sieht die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Pflicht, besser über den Nutzen der App zu informieren.

Die 100-Tage-Erfolgsmeldung ist aber nur die eine Seite der Medaille, die andere Seite ist die Kritik, die besagt, dass die Kosten für die App viel zu hoch ausgefallen sind: Der Spiegel hatte die Gesamtkosten mit 68 Mio. Euro beziffert.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Deutsche Telekom AG, SAP AG