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Kontron/s&t gibt Zahlen bekannt

Leichtes Wachstum trotz Corona

30. Oktober 2020, 07:17 Uhr   |  Tobias Schlichtmeier

Leichtes Wachstum trotz Corona
© Kontron

Mit »PiXtend« und »Pi-Tron« hat Kontron zwei Marken erworben, die den Raspberry Pi als Grundlage für ausgeklügelte Industriecomputer nutzen.

Keine leichten Zeiten für die Elektronik-Branche – so musste ebenfalls die electronica, zumindest als Präsenzveranstaltung, abgesagt werden. Dennoch lassen es sich die Unternehmen nicht nehmen, über aktuelle Entwicklungen zu berichten. So auch Kontron.

»Wie bereits im August mitgeteilt, sieht der Fünfjahresplan der s&t AG, zu der auch der Augsburger Embedded-Spezialist Kontron gehört, trotz der Corona-Krise eine Steigerung des Umsatzes von 991 Mio. Euro im Jahr 2018 auf 2 Mrd. Euro im Jahr 2023 vor. Bedingt durch die Krise entsteht eine verstärkte Nachfrage für Technologie in den Bereichen »Medical« und »Public Business«, wo wir einen neuen Rekordwert erreicht haben«, wie Norbert Hauser, Vice President of Marketing bei Kontron, mitteilt. Weiterhin zum Umsatzwachstum beitragen sollen die Sparten IoT, Edge Server, Smart Meter, Embedded ODM Services sowie weitere Firmen-Akquisitionen. In Europa setzt Kontron außerdem nun auch auf EMS (Electronic Manufacturing Services), also Dienstleistungen rund um kundenspezifische Fertigung. Für das Jahr 2020 plant s&t ein Umsatzwachstum von 1,123 Mrd. in 2019 auf 1,150 Mrd. Euro ein.

Da Themen rund um Industrie 4.0 und IoT nicht ohne 5G auskommen werden, hat Kontron die Iskratel Group mit Sitz in Slowenien gekauft. Die Akquisition soll vor allem Synergien in den Bereichen Automatisierung und Transportation erzielen. Mit der Citycomp mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart hat sich Kontron vor allem Know-how im Bereich IT-Services für das IoT eingekauft. Weitere Akquisitionen sind geplant.

Raspberry Pi und Intels neue Prozessor-Generation

Bei neuen Produkten setzt Kontron auf den beliebten Einplatinencomputer Raspberry Pi sowie auf die elfte Generation von Intel Core i und die neue Generation von Intels Atom-Prozessoren. Mit »PiXtend« und »Pi-Tron« hat Kontron zwei Marken erworben, die denRaspberry Pials Grundlage für ausgeklügelte Industriecomputer nutzen. Mit Open Source will der Embedded-Spezialist sowohl Studenten und Start-ups ansprechen, mit verwendeten Industrie-Standards jedoch ebenfalls die breite Masse in der Industrie erreichen. Die Prozessoren für die Mini-Computer liefert Broadcom, das Portfolio reicht von »PiXtend Boards« über »PiXtend Basic« bis zu »PiXtend Pro« – von einfachen Computer-Modulen bis hin zu kompletten Hutschienen-PCs. Zusätzlich sind Webterminals in verschiedenen Formaten mit Raspberry-Pi-Innenleben erhältlich. Neben der umfangreichen Open Source Software über die Community unterstützt Kontron unter anderem CodeSys, Python, Java, C++, C#, Ruby und Node-RED.

Electronic Manufacturing Services
© Kontron

In Europa setzt Kontron auf EMS (Electronic Manufacturing Services), also Dienstleistungen rund um kundenspezifische Fertigung.

Im Bereich Motherboards setzt Kontron das Geschäft von Fujitsu fort – die Boards werden in Bayern gefertigt. Hierbei stellt Kontron wie bisher Formfaktoren wie ATX, micro-ATX und mini-ITX, thin-ITX und mini-STX her. Ebenso wurden inzwischen die System-on-Modules (SoMs) erweitert. Neu ist der Support für Windows 10 IoT Enterprise für das i.MX8M mini. Bei Computer-on-Modules setzt das Unternehmen wie bisher auf SMARC (SMARC 2.1), Qseven, COM Express sowie ab 2021 auf COM-HPC. Allerdings wird Kontron initial ausschließlich den COM-HPC Server-Formfaktor mit einem Produkt umsetzen. Bei den Clients setzt das Augsburger Unternehmen auf COM Express – für den Server-Bereich gibt es bereits Anwendungen mit COM Express Typ 7. Mit der neuen Prozessor-Generation von Intel gehen auch bei Kontron neue Produkte einher. Zum Beispiel das COM-Express-Compact-Typ-6-Modul »COMe-cTL6«, das »VPX Computer Blade VX3060«, zudem ist ein 3,5" Single Board Computer (SBC) geplant.

Lieferketten wichtiger denn je

Bei den Lieferketten setzt Kontron, nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise, auf Kundennähe und regionale Versorgung. Wichtige Punkte sind dabei die Aufstockung der Lagerhaltung sowie eine vertrauensvolle und langfristige Partnerschaft mit den Lieferanten. Im Zuge des Ausbaus von EMS will man auf die bestehende Erfahrung und Lieferketten sowie kurze Kommunikationswege bauen.

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