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Programmieren mithilfe von Low Code

Lego für Ingenieure

11. Februar 2021, 11:00 Uhr   |  Autor: Hans de Visser | Redaktion: Tobias Schlichtmeier

Lego für Ingenieure
© Lewis Tse Pui Lung | shutterstock.com

Langweiliges Herunterschreiben von Softwarecode war gestern, Programmieren mit Low Code ist heute. Immer beliebter sind Plattformen, mithilfe derer sich Programmcode entwickeln lässt. Wie das funktioniert und was dahintersteckt, zeigt Mendix.

Industrielle Produktionsverfahren sind heute mehr denn je eine Kombination aus dem Verarbeiten von Rohstoffen, Werkstücken und Baugruppen auf der einen und dem Verarbeiten von Daten auf der anderen Seite. Maschinensteuerung und Informationstechnologie (IT) wachsen zusammen. Immer mehr Sensoren und Systeme liefern über Schnittstellen automatisiert erfasste Daten, die an anderer Stelle in der Fabrik und sogar außerhalb Einfluss nehmen. Nicht nur die Produktion, auch die Produkte selbst sind vernetzt wie nie zuvor und greifen auf verteilte Daten zurück. Für sich allein genommen haben die Daten jedoch keine Funktion. Erst mit einem passenden Code lassen sie sich anwendbar machen. Daten müssen in ein maßgeschneidertes Programm einfließen – so verschwimmt die Ingenieurskunst zunehmend mit der Softwareentwicklung. Low-Code-Plattformen wie Mendix vereinfachen und beschleunigen dabei die ansonsten oft langwierigen Programmierarbeiten deutlich.

Low Code Plattform
© Mendix

Bild 1. All-in-One: Die Low-Code-Plattform von Mendix.

Beim traditionellen Programmieren geben Ingenieure ihre Anforderungen an Softwareentwickler weiter. Haben sie verstanden, welches Ziel der Ingenieur mit der Anwendung verfolgen möchte, schreiben sie den notwendigen Code. Das dauert oft lange und das Übermitteln ist fehleranfällig. Eine Alternative war für manche Ingenieure, selbst die passenden Programmiersprachen zu erlernen. Heute ist das jedoch nicht mehr nötig: Ingenieure können ihre Software-Ideen auf einer Low-Code-Plattform selbst umsetzen  (Bild 1).

IT-Experten und Citizen Developer arbeiten zusammen

Mendix ist eine Siemens-Tochter und zentraler Bestandteil des Siemens-Xcelerator-Portfolios. Für seine Industriekunden hat Siemens ein breites Software-Portfolio aufgebaut, für

  • Elektronik
  • Mechanik
  • Systemsimulation
  • Fertigung
  • Betrieb
  • Lifecycle Analytics

Xcelerator vereint und integriert dieses Portfolio mithilfe von Embedded Tools und Datenbanken. Sie verbinden sich mit der bestehenden Umgebung aus Informations-, Betriebs- und Kons­truktionstechnologien. Die Idee von Low Code: Für die verschiedenen Anwendungen setzen IT-Experten und Citizen Developer individuelle Anwendungen aus vorgefertigten Elementen selbst zusammen  (Bild 2). Citizen Developer sind hierbei technisch versierte Mitarbeiter ohne tiefe Kenntnisse von Programmiersprachen. Mit Low Code ist traditionelles Programmieren nicht unbedingt erforderlich. Mendix nennt die Nutzer der Low-Code-Plattform deshalb „Maker“. Strategische Konzeption und praktische Umsetzung fallen zusammen – alle an einem Projekt beteiligten Personen sind von Anfang an einbezogen. Weder technische noch organisatorische Hürden schränken ein. Gleichzeitig garantiert die Plattform das Einhalten von Sicherheits- und Qualitätsstandards. So ermöglicht sie es Anwendern, Multiexperience-Anwendungen sehr schnell zu erstellen und Daten über alle Arten von Geräten, ortsunabhängig in jeder be­­liebigen Cloud und auf jeder Plattform auszutauschen.

Low-Code
© Mendix

Bild 2. Low-Code heißt: Prozesse per Drag and Drop definieren.

Hiermit können Nutzer der Plattform beispielsweise ihre Fabrikautomatisierung beschleunigen. Und zwar, indem die Plattform die physische, personelle und organisatorische Lücke zwischen der Betriebstechnik (Operational Technology, OT) an den verteilten Fabrikstandorten einerseits und der IT-Verwaltung andererseits – meist im Unternehmens-Headquarter angesiedelt – überwindet. So können Ingenieure und Instandhalter in der Fabrik zum Beispiel maßgeschneiderte Anwendungen lokal erstellen. Alles über die Mendix-for-Industrial-Edge-Plattform. Die Edge-Anwendungen erleichtern das Erfassen von Daten und gewähren Zugang zu Echtzeitinformationen. So wird die Komplexität des Entwickelns von IoT-Anwendungen erheblich re­duziert.

Beispielsweise hat ein Leuchtmittelhersteller, der insbesondere Gärtnereien und landwirtschaftliche Betriebe beliefert, über die Low-Code-Plattform eine smarte App entwickelt. Sie nutzt IoT-Sensoren und Predictive Analytics, um die Beleuchtung in Gewächshäusern zu optimieren. Gleichzeitig werden hiermit der mit den Leuchtmitteln einhergehende Energiebedarf und die Photosynthese-Prozesse in den Pflanzen optimiert. Mithilfe des IoT-Produkts entwickelte sich das Unternehmen vom Hersteller von Beleuchtungssystemen zu einem Serviceanbieter für das Optimieren von Gewächshäusern.

Vielfältige Integrationen für Ingenieure

Als Siemens-Tochter ist Mendix im Industriebereich bestens mit Mind­sphere verbunden – einem offenen IoT-Betriebssystem. Ebenso einfach funktioniert das Anbinden an zahlreiche weitere IoT-Produkte und -Plattformen. Es stehen Out-of-the-Box-Konnektoren bereit, um Mendix als zusätzlichen Layer für die Anwendungsentwicklung über die IoT-Plattformen zu legen. Ebenso wird das Erstellen von digitalen Zwillingen, Systemsimulation in 3D-CAE (Computer-aided Engineering) sowie das Product Lifecycle Management von Mendix unterstützt.

Der modellbasierte Ansatz von Low Code ist hierbei mit dem technischen und analytischen Verständnis, das Ingenieure üblicherweise mitbringen, sehr leicht zugänglich. Nutzer stellen auf einer visuellen Oberfläche aus einem umfassenden Portfolio vordefinierter Bestandteile fertige Anwendungen zusammen. Logik und Prozess­elemente lassen sich hierbei hin und her schieben, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

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