Wegen COVID-19 Sensor+Test offiziell abgesagt

Auch die Sensor+Test 2020 wurde abgesagt.
Die Sensor+Test wird 2020 nicht stattfinden. Online-Ersatz wird es geben, eine virtuelle Messe kommt für die Veranstalter allerdings nicht in Frage.

Die Fachmesse für Sensorik und Messtechnik wird 2020 nicht stattfinden. Alternative Angebote sind in der Planung, auch für die begleitenden Fachkongresse SMSI und ETTC.

Etwa 420 Einträge zählt die Liste der abgesagten oder verschobenen Messen in Deutschland. Lange tauchte die Sensor+Test hier nicht auf, nun haben die Veranstalter die Reißleine gezogen. Die Messe fällt, wie viele Fachmessen, unter das Großveranstaltungsverbot in Bayern, das bis Ende August ausgesprochen wurde. Die Verordnung ist zwar schon länger bekannt, laut Holger Bödeker, Geschäftsführer des Veranstalters AMA Service, ist für eine sichere Absage aber eine Verfügung durch die Stadt Nürnberg nötig, auf die man noch gewartet habe. Warum eine virtuelle Messe keine Option ist und wie man mit den begleitenden Fachkongressen SMSI und ETTC verfährt, darüber sprachen Holger Bödeker und Peter Krause, Vorstandsvorsitzender des AMA Verbands für Sensorik und Messtechnik im Interview.

Herr Bödeker, welche Alternativen bieten Sie nun an?

Holger Bödeker: Wir bleiben mit Ausstellern und Besuchern im engen Kontakt, denn diese beiden Gruppen zusammenzubringen, darum geht es ja bei einer Messe. Das ist ohne Präsenzveranstaltung natürlich schwer, aber wir können immer noch die zentralen Informationen der Hersteller an die Besucher bringen. Dazu gibt es Möglichkeiten wie Mailings, Newsletter oder ein Online-Forum.

Was bedeutet das für Sie wirtschaftlich?

Bödeker: Das lässt sich noch nicht genau sagen. Klar ist, dass die Aussteller einen großen Teil erstattet bekommen. Da schützt natürlich auch der AMA Verband die Interessen seiner Mitglieder.

Peter Krause: Wir sind eine privat finanzierte Messe, bekommen also keine staatlichen Zuschüsse. Für uns als AMA Verband bedeutet es in diesem Jahr auf jeden Fall ein Verlustgeschäft, das wir aber auch eingehen wollen, um unsere Mitarbeiter vom AMA Service zu unterstützen.

Kommt eine virtuelle Messe in Frage?

Bödeker: Darüber haben wir viel gesprochen. Am Ende ist eine virtuelle Messe immer eine Internetseite und das können wir auch erreichen, indem wir unsere Internetseite erweitern. Gegenüber einer virtuellen Messe machen wir dann zwar Abstriche im Erscheinungsbild, das passt aber besser zu unserer Zielgruppe. Bei Ingenieuren steht das Interesse an der Fachinformation und vor allem an einem schnellen Zugang zu ihr über dem Interesse an einem ästhetisch ansprechenden virtuellen Messestand. Was wir online bedienen wollen, ist das Interesse unserer Messebesucher, schnell und direkt an die Beratungskompetenz der Aussteller heranzukommen.

Krause: Die größte Herausforderung wird hier sein, die Informationen gut zu ordnen und darzustellen. Für einen eher kleinen Verband wird das auf der IT-Seite schnell zu einer Herausforderung, zumal die Sensorikbranche sehr vielschichtig ist. Das zeigt auch ein Blick in das Online-Ausstellerverzeichnis. Wir unterhalten extra einen Arbeitskreis, der Brancheninformationen sammelt und fortlaufend die Kriterien für eine sinnvolle Einteilung überprüft. Von dem Wissen wollen wir für ein Online-Angebot für die Sensor+Test Gebrauch machen.

Was wird online zu sehen sein?

Bödeker: Die Aussteller können ihre Informationen wie gehabt auf der Webseite der Sensor+Test platzieren, aber sie wird dort bis Jahresende vorgehalten, also deutlich länger als gewohnt. Wir hoffen darauf, dass wir damit einen lebendigen Marktplatz schaffen, auf dem Angebot und Nachfrage zusammenkommen. Die Zugriffszahlen unserer Webseite sind auch nach der Sensor+Test über einen längeren Zeitraum hoch. Für Aussteller heißt das, sie können Produktneuheiten nicht nur zur Messezeit wirkungsvoll ankündigen, sondern auch noch im Herbst. Damit wollen wir auch die Aussteller ein bisschen entschädigen.