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Auf der Leiterplatte

So vereinfacht der SKEDD-Anschluss die Applikation

SKEDD
Verbunden ohne Lot und ohne Buchse – dank SKEDD-Technologie.
© Würth Elektronik eiSos

SKEDD ist eine Direktstecktechnik für die Leiterplatte. Dem Prinzip der Einpresstechnik folgend, ist die Kontakttechnologie lötfrei. Zugleich ist sie reversibel, was in einigen Applikationen von großem Nutzen sein kann.

Der größte Vorteil der SKEDD-Technologie ist, dass auf der Platine keine Buchse benötigt wird. Es müssen nur durchkontaktierte Bohrungen vorgesehen werden. Das verringert den Platzbedarf über der Platine, spart ein Bauteil und in der Bestückung den Aufwand, den ein "Odd-Shape"-Bauteil unter lauter miniaturisierten SMDs verursacht.

Oft können durch die Verwendung von SKEDD-Bauteilen Platinen völlig ohne THT-Lötbauteile hergestellt werden. Dadurch öffnet sich zusätzliches Einsparungspotenzial, weil teure THT-Lötprozesse mit Handbestückung oder Selektivlötungen entfallen.

Würth Elektronik eiSos nutzt die SKEDD-Technologie zur Signalübertragung in seinen „REDFIT-IDC“-Steckverbindern, die in Versionen mit 4 bis 20 Pins erhältlich sind und für den dauerhaften Einsatz auf der Platine ebenso geeignet sind wie für temporäre Verbindungen zum Programmieren und Debugging.

Herzstück der SKEDD-Technologie sind die Stanzkontakte, welche direkt in der Durchkontaktierung der Platine die elektrisch Verbindung herstellen. Die bei der Kontaktierung entstehende mechanische Vorspannung sorgt für eine stabile elektrische Verbindung, basierend auf dem gleichen Vierfachkontaktierungsprinzip wie ein Einpresskontakt.

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SKEDD
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Die technischen Parameter

Die SKEDD-Kontaktpins bestehen aus federnden Schenkelpaaren, die den nötigen Anpressdruck erreichen und eine vibrationssichere Verbindung schaffen. Für eine Zeit von 7,5 h werden die Verbindungen bei Beschleunigungen von bis zu 10 g getestet und es ist sichergestellt, dass bei hoher mechanischer Belastung keine Kontaktunterbrechungen für eine Dauer von > 1 µs auftreten.

Die SKEDD-Federkontakte sind ENIG-beschichtet (ENIG = Electroless Nickel Immersion Gold), um dauerhaft eine optimale Signalqualität zu gewährleisten. Technische Merkmale sind ein Nennstrom von 1,0 A, eine Betriebsspannung von 100 V, ein Isolationswiderstand > 1 000 MΩ, eine Spannungsfestigkeit von 500 VA/min sowie ein Übergangswiderstand von maximal 10 mΩ.

Auch über den reinen Kontaktfedermechanismus hinaus präsentieren sich die Stecker durchdacht. Die Anbindung des Flachbandkabels erfolgt mittels Schneidklemmtechnik. Das „Poka-Yoke“-Design des Steckers: unterschiedlich große Führungsstifte sorgen für eine verpolsichere Kontaktierung und weil die Führungsstifte länger sind als die Kontaktpins, ist auch eine versehentliche Kontaktierung der Übertragungskontakte beim Verfehlen der Aufnahmelöcher ausgeschlossen.

Wo lässt sich SKEDD einsetzen?

Die „REDFIT-IDC-SKEDD“-Stecker eignen sich im Prinzip für alle Anwendungen, die eine stabile und zugleich platzsparende Signalverbindung benötigen. Hinzu kommen die Fälle, in denen eine reversible Verbindung werkzeuglos gewartet werden soll.

Mit dem „REDFIT IDC“ können Systeme fast kostenneutral für Erweiterungen vorbereitet werden. Während bei herkömmlichen Steckverbindern neben der Platinenherstellung die Lötpads eingearbeitet und beim späteren Bestücken ein Sockel für zukünftige Erweiterungen des Systems (z.B. durch optionale Peripherie) eingelötet werden muss, reicht es bei der SKEDD-Technologie aus, die Durchkontaktierungen bei der Herstellung der Platinen zu berücksichtigen. Bei Bedarf kann nachträglich ein „REDFIT IDC“ eingesteckt werden. Die Kosten für Erweiterungen fallen somit nur dann an, wenn diese tatsächlich benötigt werden.

Für die Endmontage des „REDFIT IDC“ wird kein Werkzeug benötigt. Der Steckverbinder mit SKEDD-Technologie kann von Hand gesteckt und gezogen werden. Ein weiterer Vorteil: Da der "REDFIT IDC" nicht auf Lötprozesse angewiesen ist, kann er unabhängig von der Bestückungsrichtung der Bauteile auf der Platine von beiden Seiten montiert werden.

Fazit: Auch wenn die SKEDD-Technologie als dauerhafte Verbindung eine interessante Option darstellt, sind es vor allem Anwendungsfälle mit nur vorübergehender Kontaktierung, in denen der Verbinder seinen größten Nutzen entwickelt. Paradebeispiel ist die Verbindung von Debugger und Mikrocontroller, um Firmware aufzuspielen, Code zu prüfen und Fehler zu korrigieren.

Sie wollen mehr über SKEDD lesen bzw. sehen, hier geht es zum Video-Interview mit Stefan Schilpp, Produktmanager von Würth Elektronik eiSos

 


 


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