Leoni senkt Prognose

Ausfälle lassen sich 2022 nicht vollumfänglich kompensieren

14. März 2022, 12:16 Uhr | Corinna Puhlmann-Hespen
Leoni
In seinen zwei Werken in der Ukraine beschäftigt Leoni rund 7000 Mitarbeiter.
© Leoni

Der Vorstand von Leoni hat heute beschlossen, seine Prognose für das Geschäftsjahr 2022 wegen des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen anzupassen.

Leoni erwartet aus heutiger Sicht aufgrund des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen im Jahr 2022 einen niedrigeren Umsatz, ein niedrigeres EBIT vor Sondereffekten und einen niedrigeren Free Cashflow im Vergleich zu der bisherigen Prognose.

Insbesondere geht der Vorstand davon aus, dass reduzierte Produktionsvolumina und teilweise Produktionsausfälle an seinen zwei Standorten in der Ukraine mit rund 7000 Mitarbeitern im Laufe des Geschäftsjahres 2022 nicht vollumfänglich aufgefangen werden können. Auch das lokale Russland-Geschäft des Leoni-Konzerns wird durch geopolitische Konsequenzen, etwa durch Sanktionsmaßnahmen, betroffen sein. Ferner können indirekte Auswirkungen wie Produktionsunterbrechungen auf der Kundenseite und Lieferantenseite noch nicht abgeschätzt werden, die die Geschäftsentwicklung beeinflussen.

Der Vorstand prüft indessen intensiv verschiedene Maßnahmen, um diese Auswirkungen bestmöglich zu kompensieren. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit der Duplizierung von Produktionsvolumina. Leoni arbeitet dazu eigenen Angaben zufolge eng und konstruktiv mit seinen Kunden und Lieferanten zusammen, um diese außergewöhnliche Situation zu bewältigen. Dessen ungeachtet ist eine verlässliche Quantifizierung der direkten und indirekten Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf das Geschäftsjahr 2022 aufgrund hoher Unsicherheit zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich und die Prognosefähigkeit wesentlich beeinträchtigt.

Für das laufende Geschäftsjahr wurde für die Produktion der beiden Werke in der Ukraine bisher ein Umsatz von zusammen unter 300 Mio. Euro geplant. Für die russischen Aktivitäten des Leoni-Konzerns wurde ein Umsatz von unter 100 Mio. EUR einkalkuliert.

Kernvermögenswerte in den Gesellschaften der beiden Länder sind Sachanlagen und Vorräte (rund 125 Mio. Euro) und könnten zumindest teilweise wertgemindert sein.

Eine ältere Meldung zur Fertigung von Leoni in der Ukraine finden Sie hier. 

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