Kommentar von Taavi Madiberk »Tesla unterschätzt die F&E-Hölle«

Taavi Madiberk, CEO von Skeleton Technologies, sieht die Übernahme des Konkurrenten Maxwell durch Tesla nicht nur positiv.
Taavi Madiberk, CEO von Skeleton Technologies, sieht die Übernahme des Konkurrenten Maxwell durch Tesla nicht nur positiv.

Tesla hat Maxwell, einen Hersteller von Superkondensatoren, übernommen. Taavi Madiberk, Gründer und CEO des Maxwell-Konkurrenten Skeleton Technologies, sieht sich in seiner Strategie für die Elektromobilität bestätigt, doch dieser Übernahme gewinnt er nicht nur positive Seiten ab.

Aus meine Sicht hat Tesla genau das Richtige getan: Die Übernahme eines Herstellers von Ultrakondensatoren unterstreicht die offensichtlichen Grenzen von Li-Ionen-Akkus in Bezug auf Schnellladung und Wärmemanagement, während Ultrakondensatoren durch schnelles Laden innerhalb von Sekunden und einen extrem hohen Wirkungsgrad ein besseres Wärmemanagement und eine wesentlich längere Lebensdauer ermöglichen.

Herr Musk hat sich bereits früher als großer Fan von Ultrakondensatoren geoutet, aber auch hier braucht es einen Durchbruch in Bezug auf die Energiedichte. Tesla hat eine große Innovationslücke: Maxwell Technologies, das Unternehmen, das Tesla erworben hat, bietet eine Energiedichte von 7Wh/kg, im Gegensatz zu den Ultrakondensatoren mit gekrümmtem Graphen von Skeleton Technologies, die heute ca. 20 Wh/kg bieten.

Tesla/Maxwell hat derzeit eine führende Marktposition in der Automobilindustrie inne. Doch wenn sie die Innovationslücke nicht schließen, werden sie sich dort nicht lange halten können. Herr Musk hat während seiner Promotion in Stanford Ultrakondensatoren studiert, aber er unterschätzt die »F&E-Hölle«, um zu Ultrakondensatoren mit höherer Energiedichte zu gelangen.

Wir erweitern unsere Fertigungs- und F&E-Kapazitäten in Deutschland und haben eine klare Roadmap zu 60 Wh/kg, wobei wir Ladezeiten im Sekundenbereich und einen Kostenpunkt niedriger als bei Hochleistungsakkus beibehalten. Wir gehen nicht davon aus, dass Tesla die Lücke in naher Zukunft schließen kann. Tatsächlich sind wichtige Ingenieure von Maxwell/Tesla erst kürzlich zu Skeleton gekommen.