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Elektronik im Auto

Ist Tesla sechs Jahre voraus?

19. Februar 2020, 09:53 Uhr   |  Heinz Arnold

Ist Tesla sechs Jahre voraus?
© Tesla

Das Model 3 von Tesla hat Nikkei Business Publications einer Analyse unterzogen. Was die Elektronik anginge, sei Tesla den etablierten Firmen um Jahre voraus, so das Ergebnis.

Tesla baut zwar deutlich weniger Autos als die etablierten Hersteller – in der Elektronik sei das Unternehmen aber Jahre voraus.

Das ist das Ergebnis einer im Auftrag von Nikkei Business Publications durchgeführten Analyse, die das Model 3 von Tesla untersuchte. Insbesondere die zentrale Steuereinheit (»Hardware 3«) fand die Aufmerksamkeit der Analysten. Sie wird auch in allen neuen Autos der Reihen Model S und Model X verbaut. Die Einheiten enthalten laut Nikkei Business Publications zwei je 260 mm² große kundenspezifische KI-Chips, die Tesla einschließlich der zugehörigen Software selber entwickelt habe. Die Einheit steuert sowohl die Selbstfahrfunktionen der Autos als auch das Infotainment-System. Dieser Aufbau würde sich laut der Experten allgemein erst 2025 durchsetzen, Tesla hätte also auf dieser Ebene einen Vorsprung von sechs Jahren.

Tesla hatte schon 2014 einen Autopiloten entwickelt, damals »Hardware 1« genannt. Das Fahrerassistenzsystem konnte auf Autobahnen das Auto anderen Autos folgen lassen und die Spur halten. Seitdem hatte Tesla die Hardware kontinuierlich weiter entwickelt, laut Elon Musk, CEO von Tesla,  enthielten sie bereits alle Funktionen, um das Auto nicht nur auf Level 2 sondern voll autonom fahren zu lassen.  

Auch die etablierten Hersteller könnten solche zentralen Systeme entwickeln. Doch derzeit befinden sich in den Autos der meisten Hersteller viele dezentrale ECUs statt weniger oder nur einer zentralen Einheit. Sie kurzfristig zu ersetzen, würde die Lieferketten durcheinander wirbeln, davor würden die meisten etablierten Hersteller zurückschrecken. Die Newcomer auf dem Markt wären dagegen frei, sich die besten zur Verfügung stehenden Technologien zu besorgen.

Tesla würde dies tun: Viele Komponenten im analysierten Auto trügen nicht den Namen eines Zulieferers, sondern das Logo von Tesla. Das Unternehmen hätte also eine sehr strikte Kontrolle über die Entwicklung der Schlüsseltechniken im Auto.

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