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Autofirmen zu Mobilitätsdienstleistern

BMW und Daimler wollen urbane Mobilität gestalten

28. März 2018, 15:34 Uhr   |  Heinz Arnold

BMW und Daimler wollen urbane Mobilität gestalten
© BMW/Daimler

Die BMW Group und die Daimler AG beabsichtigen, ihren Kunden zukünftig ein durchgängiges System an Mobilitätsdiensten anzubieten, das nahtlos vernetzt und auf einen Fingertipp zur Verfügung steht.

Die »Pioniere des Automobils« legen ihre Mobilitätsdienst-Aktivitäten zusammen, »um nicht anderen das Feld zu überlassen, wenn es um die urbane Mobilität geht.«

Im Rahmen eines Joint-Venture Modell wollen die frisch gebackenen Partner ihren Kunden künftig Services für nachhaltige, urbane Mobilität aus einer Hand anbieten.

Eine entsprechende Vereinbarung haben die BMW Group und die Daimler AG, die sich gerne als die  »Pioniere des Automobils« sehen, jetzt unterzeichnet. Sie sieht vor, die bestehenden Angebote für On-Demand Mobilität in den Bereichen CarSharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität zusammenzuführen und künftig strategisch weiter auszubauen. Die BMW Group und die Daimler AG halten jeweils fünfzig Prozent der Anteile an dem Joint Venture-Modell. In ihren jeweiligen Kerngeschäften werden die Unternehmen auch künftig im Wettbewerb stehen.

Daimler Financial Services erwartet ein EBIT deutlich über dem des Vorjahres, für den Konzern insgesamt bedeutet dies ein EBIT leicht über der des Vorjahres. BMW prognostiziert für das Vorsteuerergebnis auf Konzernebene für 2018 einen leichten Anstieg gegenüber Vorjahr. Der beschriebene Effekt habe keine Auswirkungen auf die EBIT-Marge im Segment Automobile.

Das Ziel dieser Transaktion ist es, als einer der führenden Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen Städte und Kommunen auf dem Weg zur nachhaltigen urbanen Mobilität zu unterstützen.
 
Die Partner beabsichtigen, ihren Kunden zukünftig ein durchgängiges System an Mobilitätsdiensten anzubieten, das nahtlos vernetzt und auf einen Fingertipp zur Verfügung steht. Die BMW Group und die Daimler AG wollen den Ausbau dieses neuen Geschäftsmodells gemeinsam vorantreiben sowie eine schnelle, weltweite Skalierung des Angebots ermöglichen. Das versetzt Städte, Kommunen und weitere Interessensgruppen in die Lage, die Lebensqualität in den Metropolen zu verbessern. Dazu zählt beispielsweise der einfachen Zugang zu Lade- und Parkmöglichkeiten für CarSharing-Fahrzeuge. Diese auf Nachhaltigkeit angelegten Mobilitätsangebote werden damit einfacher erleb- und nutzbar.  

Vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister
 
»Mit dieser Allianz erleichtern wir unseren Kunden den Einstieg in die emissionsfreie Mobilität der Zukunft. Im Wettstreit um die besten Premium-Fahrzeuge bleiben wir Wettbewerber. Mit der geplanten Zusammenlegung unserer Mobilitätsdienste setzen wir ein Zeichen in Richtung neue Wettbewerber und bündeln unsere Kräfte«, sagt Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG.
 
»Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht. Es wird zukünftig mehr Menschen als heute geben, die im urbanen Raum auf ein eigenes Auto verzichten, aber trotzdem sehr mobil sein möchten«, sagt Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. „Wir treiben den Umbau vom Automobilhersteller zu einem Mobilitätsdienstleister mit unserer CASE-Strategie kraftvoll und konsequent voran. CASE steht dabei für Konnektivität, automatisiertes Fahren, Sharing & Services und Elektromobilität«.

Effekte auf Konzernergebnisse

Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens wird bei Daimler Financial Services zu einem signifikanten Bewertungs- und Ergebniseffekt führen. Für den Fall einer Zustimmung der Wettbewerbsbehörden in diesem Jahr ergeben sich für den Konzernausblick der Daimler AG dadurch folgende Anpassungen: Für Daimler Financial Services erwartet das Unternehmen ein EBIT deutlich über dem des Vorjahres, für den Konzern insgesamt bedeutet dies eine EBIT-Erwartung leicht über der des Vorjahres.
 
Im Fall einer Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden im laufenden Jahr wird die Joint-Venture-Gründung im Konzernabschluss der BMW AG zu einem einmaligen Bewertungs- und Ergebniseffekt führen, der eine Anpassung der Prognose nach sich zieht: Für das Vorsteuerergebnis auf Konzernebene würde unter diesen Umständen für 2018 ein leichter Anstieg gegenüber Vorjahr erwartet. Der beschriebene Effekt hat keine Auswirkungen auf die EBIT-Marge im Segment Automobile.


 

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2. Die fünf Angebote für neue digitale Geschäftsmodelle

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