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Daimler feiert Nutzfahrzeuge-Jubiläum

Vor 125 Jahren ging Lkw-Sparte an den Start

Daimler Truck
Der aktuelle Daimler-Lkw Actros ist mit sparsamen, zuverlässigen Euro-VI-Motoren ausgestattet. Erhältlich ist es in insgesamt 17 Fahrerhausvarianten.
© Daimler Truck

1896 bis 2021 – vor 125 Jahren stieg Daimler ins Geschäft mit Lastkraftwagen ein. Pünktlich zum Jubiläum hat sich Daimler Truck große Ziele gesetzt: Abspaltung vom Gesamtkonzern, Börsengang und durchstarten mit alternativen Antrieben. Der Umbruch beinhaltet viele Chancen, aber auch einige Risiken.

Als Gottlieb Daimler vor 125 Jahren den ersten motorbetriebenen Lkw der Welt vorstellte, musste sich diese Neuheit auf dem Markt erstmal behaupten – gegen seinerzeit gängige Pferde-Transportwagen. Der Umbruch war zäh und dauerte viele Jahre. Überliefert ist, dass Daimler in der Anfangszeit auf einer Messe seine noch weitgehend unbekannten Lastwagen in eine Reihe mit Zugtieren stellte und per Handzettel bewarb. Ein Daimler sei ein gutes »Thier«, schrieb der Mobilitätspionier dort in damals gültiger Schreibweise. Pointiert dichtete er: »Zieht wie ein Ochs, du siehst’s allhier; Er frisst nichts, wenn im Stall er steht; Und sauft nur, wenn die Arbeit geht.«

Am 18. August 1896 präsentierte Daimler nach Unternehmensangaben seinen ersten Lastkraftwagen – und wollte den mit einem Zweizylinder-Motor ausgestatteten umgebauten Gespann-Güterwagen schnell öffentlich bekannt machen. Vorrangiges Ziel des Handzettels: Bauern sowie die Eigentümer von Brauereien und Getreidemühlen, die damals in der Regel schwere Last von A nach B transportieren mussten, gedanklich abzuholen und vom Sinn der Neuerfindung zu überzeugen.

So ein bisschen erinnert diese Situation an die heutige Lage des Unternehmens Daimler Truck, das aus den ersten Lkw-Versuchen der damaligen Daimler-Motoren-Gesellschaft inzwischen hervorgegangen ist.

Die Geschichte der Lkw von Mercedes-Benz in Bildern: eine bewegende Vergangenheit

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Wieder steht eine Art Epochenwende an, wieder geht es darum, dass der Lastverkehr auf der Straße ein Stück weit revolutioniert werden soll. Daimler und viele Konkurrenten basteln daran, dass sich Lkw mit alternativen Antrieben im Markt durchsetzen. Dafür sollen herkömmliche Verbrenner – nicht zuletzt wegen politischer Vorgaben und aus Klimaschutzgründen – perspektivisch verschwinden.

»So wie die Erfindung des Lkw an sich damals ein Umbruch war, so erfinden wir jetzt den Lkw wieder neu«, so Andreas Gorbach, Technologievorstand bei Daimler Truck. Doch wie zum Ende des 19. Jahrhunderts zeichnet sich auch diesmal ab, dass das Ganze eine langwierige und zähe Angelegenheit werden dürfte.

Um im Wettbewerb der Branchengrößen zu bestehen, stellt sich die Daimler-Lkw-Sparte in diesen Monaten ganz neu auf. Nicht nur, dass Milliardensummen in die Entwicklung von Elektro- und Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieben gesteckt werden – zusätzlich soll die bisherige Lkw-Tochter vom Konzern abgespalten und danach separat an die Börse gebracht werden. Am 1. Oktober, ziemlich genau eineinhalb Monate nach dem 125. Jahrestag der Vorstellung des ersten Lkw, sollen diese Pläne bei einer außerordentlichen Hauptversammlung von den Aktionären abgenickt werden.


  1. Vor 125 Jahren ging Lkw-Sparte an den Start
  2. Trennung in Lkw- und Auto-Bereich

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