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Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Lebensretter Abbiegeassistent

05. August 2021, 12:23 Uhr   |  Kathrin Veigel

Lebensretter Abbiegeassistent
© ADAC

Jedes Jahr kommen etwa 70 Radfahrer bei Zusammenstößen mit Lkw ums Leben. Abhilfe können Abbiege-Assistenten schaffen, die den Fahrer warnen, wenn sich ein Fahrradfahrer im toten Winkel befindet.

Obwohl Lkw-Abbiegeassistenten europaweit erst ab 2024 für neu zugelassene Lkw verpflichtend sind, gibt es sie längst auch zum Nachrüsten. Der ADAC hat nun neun dieser Nachrüst-Assistenten getestet, die die Förder-Voraussetzungen BMVI erfüllen und über eine Allgemeine Betriebserlaubnis verfügen.

Der aktuelle ADAC-Test zu Lkw-Abbiegeassistenten, die man nachrüsten kann, hat ergeben, dass nicht einmal die Hälfte der untersuchten Systeme so gut und zuverlässig arbeitet, dass sie einen spürbaren Nutzen für die Verkehrssicherheit brächten.

Vier der neun untersuchten Assistenz-Systeme schnitten mit »mangelhaft« ab, zwei wurden mit »gut« und zwei mit »befriedigend« bewertet. Testsieger ist der Assistent des Herstellers Eyyes. Dieses System produzierte im realen Straßenverkehr keine Fehlmeldungen und konnte Radfahrer auch noch in einem seitlichen Abstand von sechs Metern zum Lkw erkennen. Die optische Rückmeldung an den Fahrer ist leicht und verständlich. Allerdings ist der Testsieger mit einem Preis von 3.690 Euro auch am teuersten.

Da die Anforderungen des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) an die Systeme aus Sicht des ADAC zu anspruchslos sind, war es wichtig, darüber hinaus möglichst viele verschiedene Alltagssituationen zu testen – sowohl auf dem Testgelände als auch im realen Verkehr. Überprüft wurde etwa, ob die Geräte rechtzeitig auf Inlineskater und Rollstuhlfahrer reagieren und wie groß der jeweilige Abdeckungsbereich ist. Außerdem wollten die Tester wissen was passiert, wenn sich parkende Autos zwischen Lkw und Radler befinden oder der Blinker (des Lkw) nicht genutzt wurde.

Besondere Aufmerksamkeit widmete der ADAC der Frage, ob und wie oft Systeme Fehlwarnungen auslösen. Bei zu häufigen Fehlwarnungen sinkt die Akzeptanz der Anwender für technische Assistenten nachweislich. Eine besonders hohe Zahl von Fehlwarnungen hatten Systeme, die nicht zwischen Bäumen oder Verkehrsschildern und ungeschützten Verkehrsteilnehmern unterscheiden können. Außerdem konnte keiner der getesteten Assistenten einen Radfahrer zuverlässig erkennen, wenn sich zwischen der Radfahr- und der Lkw-Spur parkende Fahrzeuge oder andere Hindernisse befanden.

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