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Markenübergreifende Personalisierung von Fahrzeugen

02. März 2021, 08:43 Uhr   |  Irina Hübner

Markenübergreifende Personalisierung von Fahrzeugen
© Elexir

Das Start-up Elexir will das Autofahren revolutionieren: Daniel Frassinelli, Stefan Nürnberger, Sebastian Leber und Soheyon Park (von links).

Wer ein Auto mietet oder teilt, dem fehlt oft die Vertrautheit, die man im eigenen Wagen genießt. Das Start-up Elexir entwickelt deshalb ein System aus Hard- und Software, mit dem sich ein fremder Wagen in Sekunden in das Fahrzeug mit der gewohnten Anmutung verwandeln lässt.

In Zukunft könnte vielen Menschen der Unterhalt eines eigenen Fahrzeugs zu teuer werden, so dass Autos nur noch nutzen und nicht besitzen werden. Deshalb arbeitet das Start-up Elexir daran, das individuelle Nutzungserlebnis über verschiedene Fahrzeuge hinaus sicherzustellen.

Der erste Fahrzeug-Prototyp, der Elexir Zero, steht bereits in einer Halle des Zentrums für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) in Saarbrücken, der »Programmiergarage« des Start-ups. Ab März wird das Start-up zusätzlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 883.000 Euro für die kommenden zwei Jahre unterstützt. Derzeit finanziert der IT Inkubator an der Universität des Saarlandes das Start-up, das aus dem CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit heraus gegründet wurde. Die Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer der Universität des Saarlandes betreut Elexir.

»Wenn ich zuhause einen Elexir Zero nutze und im Urlaub in Italien in ein anderes Fahrzeug dieser Art einsteige, dann ist mein Profil schon geladen. Es fühlt sich an, wie mein eigenes Auto. Es sieht genauso aus, wie mein eigenes Auto, das Lampendesign und das Farbschema ist geladen, sodass ich es gleich aus der Ferne erkenne«, beschreibt Stefan Nürnberger, einer der Gründer des Start-ups, den zukünftigen Nutzen der Technologie: »Neueste Technologien werden nicht mehr länger nur für die Oberklasse entwickelt, sondern finden direkt in jedem Elexir-Fahrzeug auf der Straße Anwendung: Unsere Technik erlaubt es, dass Erfindungen von Zulieferern und App-Entwicklern jederzeit per Software-Updates verteilt werden und alle Nutzer die neuen Funktionen schon am nächsten Tag erleben können.«

Personalisierung durch Softwaresystem

Um diese Personalisierung markenübergreifend zu ermöglichen, arbeitet das Start-up an einem umfassenden Softwaresystem. Es besteht aus Kontoverwaltung, App-Store für Fahrzeugfunktionen, Zahlungsabwicklung, Vernetzung von Fahrzeugfunktionen und Sensoren. Die IT-Sicherheit ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Die notwendige Expertise dafür bringt das Team mit.

Stefan Nürnberger hat in Saarbrücken am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und am CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit Forschungsgruppen geleitet. Die Mathematikerin und Informatikerin Soheyon Park war vier Jahre als Spezialistin für Netzwerksicherheit beim südkoreanischen Automobilhersteller Hyundai tätig, Daniel Frassinelli hat einen starken akademischen Hintergrund in IT-Sicherheit und Sebastian Leber hat vor seiner Tätigkeit im Saarbrücker IT-Inkubator Digitalisierungsstrategien für Automobilhersteller entwickelt.

Durch Ergebnisse in vorherigen Forschungsprojekten wie ‚VatiCAN‘ hat das Team erkannt, dass die Automobilindustrie dem Stand der Technik hinterherhinkt und nicht das gesamte Potenzial ausschöpft, das heute möglich wäre, so Nürnberger.

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