Schwerpunkte

Fokus auf Hairpin-Stator

Neues E-Motor-Forschungszentrum am Kölner Ford-Standort

06. Mai 2021, 13:09 Uhr   |  Irina Hübner

Neues E-Motor-Forschungszentrum am Kölner Ford-Standort
© PEM/RWTH Aachen

Kern der Forschungskooperation: Der Hairpin-Stator als derzeit wichtigste Komponente moderner Elektromotoren.

Nicht nur die Batteriezelle ist für die Elektromobilität von Bedeutung, sondern auch der Elektromotor. Im Projekt HaPiPro² legen fünf Partnerunternehmen den Fokus auf den E-Motor, insbesondere auf den Hairpin-Stator.

Fünf Partner aus der Industrie und zwei Einrichtungen der RWTH Aachen arbeiten an der flexiblen und nachhaltigen Herstellung von E-Motor-Komponenten entlang einer einzigen Produktionslinie. Der Name des Projekts lautet HaPiPro² und bezieht sich auf die Hairpin-Technologie. Dabei handelt es sich um eine Drahtwickelmethode, die bei der Fertigung von E-Motoren angewendet wird, und somit um einen Schlüsselfaktor bei Systemen mit elektrischem Antrieb. Im Rahmen des HaPiPro²-Projekts wird untersucht, wie die Methode weiterentwickelt werden kann, um die effiziente Herstellung verschiedener E-Motor-Varianten auf einer einzigen Produktionslinie zu ermöglichen.

Die Aufgabe von Ford wird es dabei sein, laserbasierte Anwendungen im Bereich der Hairpin-Technologie zu entwickeln und künstliche Intelligenz für die Prozesssteuerung zu erforschen. Expertise im Bereich des 3D-Drucks steuert die Abteilung Digitale Additive Produktion der RWTH Aachen zum Projekt hinzu. Der Beitrag der Hochschule befasst sich mit der Entwicklung von Werkzeugen für die Produktionslinie und der Erschließung zusätzlicher Möglichkeiten der additiven Fertigung im Produktionsprozess. Die Gewährleistung der Nachhaltigkeit wird für das Konsortium ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein. Ein Schwerpunkt wird daher auch auf die Wartung und die Wiederverwendung von E-Motor-Komponenten gesetzt.

Der Lehrstuhl für »Production Engineering of E-Mobility Components« (PEM) der RWTH Aachen hat die Leitung des Projekts HaPiPro2 inne. Ziel des Projekts ist es, die bislang komplexe Herstellung von Elektromotoren künftig deutlich preiswerter machen und damit einen entscheidenden Beitrag zur lokalen Wertschöpfung in der E-Mobilitätsproduktion leisten. Das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von fast 5,3 Mio. Euro wird vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium mit 4,3 Millionen Euro gefördert und soll die Weichen dafür stellen, Nordrhein-Westfalen als Standort für die Elektromotorenproduktion der Zukunft zu etablieren.

Idee der Innovation Chain

Bei aller Präsenz der Batteriezellenforschung wird die Komponente E-Motor in der öffentlichen Diskussion häufig vergessenen, meint Lehrstuhlleiter Professor Achim Kampker: »Wir können jetzt deutliche Schwerpunkte setzen und gleichzeitig eine ‚Innovation Chain‘ für kontinuierliche Neuerungen von Produkten und Prozessen der E-Mobilität auf den Weg bringen.« Eine lückenlose Kette von der Grundlagenforschung bis hin zur Großserienherstellung soll auf diese Weise entstehen. Vom Potenzial der Region zur E-Mobilitäts-Hochburg zeugt auch die kürzlich erfolgte Ansiedlung des japanisch-italienischen Automobilzulieferers Marelli zur Produktion von E-Motoren in Köln.

Neue Arbeitsplätze in Deutschland

»Wir sind stolz darauf, dieses richtungsweisende Forschungszentrum an unserem Kölner Standort zu beherbergen«, betont Gunnar Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke. »Dieses Projekt wird eine einzigartige Engineering-Plattform für Unternehmen bieten, wo Produktionsprozesse für die Elektromotoren von morgen erforscht und entwickelt werden.« Berechnungen des PEM gehen davon aus, dass durch die Herstellung von E-Motoren in Deutschland rund 5.900 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen können.

Am Projekt HaPiPro2 sind neben dem PEM auch der Lehrstuhl »Digital Additive Production« (DAP) der RWTH Aachen sowie die Unternehmen ENGIRO (Aachen), Ford-Werke (Köln), Thyssenkrupp Systems Engineering GbH (Bremen), AMS Anlagenbau (Vlotho) und Berg Spanntechnik (Bielefeld) beteiligt.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

FORD-WERKE GmbH , RWTH Aachen International Academy