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Acatech mit »Mobilitätsmonitor 2020«

Deutsche sind für klimagerechte und zukunftsweisende Mobilität

13. Oktober 2020, 11:57 Uhr   |  Gerhard Stelzer

Deutsche sind für klimagerechte und zukunftsweisende Mobilität
© Acatech

Der »Mobilitätsmonitor 2020« der Acatech nimmt das Mobilitätsverhalten der Deutschen unter die Lupe.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf das Mobilitätsverhalten der Deutschen aus? Wie ist es um die Akzeptanz der Elektromobilität in der Bevölkerung bestellt? Bleiben der Klima- und Umweltschutz wichtige Anliegen? Der Mobilitätsmonitor 2020 liefert Antworten.

Der »Mobilitätsmonitor 2020«, einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach im Auftrag von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, hat das Mobilitätsverhalten der deutschen Bevölkerung während der Corona-Krise unter die Lupe genommen. Die repräsentative Bevölkerungsumfrage, die bereits zum zweiten Mal nach 2019 durchgeführt wurde, lässt erkennen, dass Bürgerinnen und Bürger von gravierenden Veränderungen im Mobilitätssystem ausgehen.
»Seit 2019 analysieren wir für acatech in einer jährlichen Befragung die Einstellungen der Deutschen zu Umwelt- und Klimaschutz im Kontext der Mobilität. Im Mobilitätsmonitor 2020 haben wir die Trends zum Stellenwert von Umwelt- und Klimaschutz fortgeführt, aber vor allem danach gefragt, ob sich das Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger in diesem Corona-Krisenjahr verändert hat. Bestätigt hat sich, dass der Mobilitätsradius deutlich enger geworden ist«, erläutert Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach und acatech Senatorin.

Fahrrad profitiert von Corona, Pkw bleibt unverzichtbar

Die Deutschen, das zeigen die Ergebnisse, haben ihr Mobilitätsverhalten krisenbedingt verändert: Knapp die Hälfte (48 %) der Bevölkerung unternimmt in diesem Jahr weniger Reisen, 40 Prozent verzichten gänzlich auf Auslandsreisen und 39 Prozent auf Flugreisen. Der Mobilitätsradius hat sich im Krisenjahr verringert, wovon vor allem das Fahrrad profitiert: Der Anteil der Bevölkerung, der täglich das Fahrrad nutzt, ist gegenüber 2019 von 17 auf 22 Prozent angestiegen. Und diese Verhaltensänderung möchten die Deutschen auch beibehalten: Während sie sich in Bezug auf Flugreisen eine schnelle Rückkehr zur alten Normalität wünschen – nur 10 Prozent der Befragten wollen auch nach Corona keine Flugreisen mehr unternehmen –, möchten 27 Prozent der Deutschen nach der Krise weiterhin öfter mit dem Fahrrad fahren.
Der Pkw bleibt dennoch der Deutschen beliebtestes Fortbewegungsmittel: 9 von 10 Befragten nutzen regelmäßig einen Pkw, 52 Prozent – und damit genauso viele wie im Vorjahr – nutzen ihn täglich. Entsprechend ziehen drei Viertel (74 %) der Umfrageteilnehmer die Bilanz, dass der Pkw für sie unverzichtbar ist.

Mobilitätsmonitor 2020 der Acatech

Coronabedingte Veränderunen des Mobilitäsverhaltens...
...und was man davon beibehalten will.
Kaum Veränderung bei der Pkw-Nutzung.

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Skepsis bei Elektromobilität bleibt, Bereitschaft zum Kauf steigt

Seit 2019 stieg der Anteil der Bevölkerung, für den die Anschaffung eines E-Autos in Betracht käme, von 21 auf 24 Prozent. Deutlich größer ist die hingegen die Bereitschaft, auf ein Hybridfahrzeug umzusteigen: Mehr als ein Drittel (36 %) kann sich diesen Schritt vorstellen. Interessant hingegen bleibt, dass zwar jeder zweite Befragte (53 %) erwartet, dass sich die Elektromobilität durchsetzen wird, dies aber nur von knapp jedem Vierten (24 %) gewünscht wird. Ein Grund, warum die Elektromobilität noch immer kritisch gesehen wird, sind nach wie vor hohe Anschaffungskosten (72 %), unzureichende Ladeinfrastruktur (69 %) oder unbefriedigende Reichweiten (60 %). Mit 59 Prozent bezweifeln sogar mehr Befragte als noch im Vorjahr (48 %), dass das E-Auto wirklich eine umweltverträgliche Alternative ist.
»Der jährlich durchgeführte Mobilitätsmonitor hilft uns, bei der zukünftigen Gestaltung des Mobilitätssystems die Sicht und Bedürfnisse der Bevölkerung im Blick zu behalten. Beim Thema Elektromobilität klaffen enorme Unterschiede zwischen der Realität und der Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürgern. Wir sind aufgefordert, besser und verständlicher zu kommunizieren und die Öffentlichkeit noch stärker in die Transformationsprozesse der Mobilität einzubeziehen«, erklärt Thomas Weber, Vizepräsident und Pate des Themenschwerpunkts Mobilität bei acatech.

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1. Deutsche sind für klimagerechte und zukunftsweisende Mobilität
2. Klimaschutz fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert

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