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Deutsche Elektroexporte leiden stärker als -importe

21. Oktober 2020, 09:29 Uhr   |  WEKA Fachmedien Newsdesk, GS

Deutsche Elektroexporte leiden stärker als -importe
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Dr. Andreas Gontermann, ZVEI: »Dieser jüngste Rückgang fiel höher aus als in den beiden vorangegangenen Monaten, was allerdings auch damit zusammenhängen dürfte, dass die Betriebsferien in diesem Jahr vielfach in den August verschoben worden sind«.

Die deutsche Elektroindustrie befindet sich in der Corona-Krise weiterhin im Rückwärtsgang. Die Exporte im laufenden Jahr schrumpften mit 8,3 Prozent stärker als die Importe mit 5,5 Prozent.

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie gaben nach Zahlen des ZVEI in Frankfurt am Main im August um 7,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 15,4 Mrd. Euro nach. »Dieser jüngste Rückgang fiel höher aus als in den beiden vorangegangenen Monaten, was allerdings auch damit zusammenhängen dürfte, dass die Betriebsferien in diesem Jahr vielfach in den August verschoben worden sind«, so die Einschätzung von ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Mit 129,8 Mrd. Euro lagen die aggregierten Branchenausfuhren im Zeitraum von Januar bis August 8,3 Prozent unter ihrem entsprechenden Vorjahreswert.

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland mussten im August deutlich weniger Federn lassen: Sie blieben nur um 1,6 Prozent hinter Vorjahr zurück. In den ersten acht Monaten dieses Jahres beliefen sie sich auf 120,5 Mrd. Euro – ein Minus von 5,5 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019.

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie in die Eurozone sanken im August um 3,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 4,5 Mrd. Euro. Deutliche Rückgänge gab es im Geschäft mit Belgien (-9,9% auf 351 Mio. €), Frankreich (-9,3% auf 849 Mio. €) und den Niederlanden (-7,6% auf 722 Mio. €). Etwas weniger stark nahmen die Ausfuhren nach Slowenien (-5,7% auf 55 Mio. €), Finnland (-4,1% auf 146 Mio. €), Österreich (-3,4% auf 667 Mio. €) und Italien (-0,6% auf 577 Mio. €) ab. Einen kräftigen Zuwachs konnten dagegen die Lieferungen in die Slowakei verzeichnen (+12,9% auf 216 Mio. €). Auch die Exporte nach Spanien (+4,9% auf 460 Mio. €) und Portugal (+4,1% auf 142 Mio. €) legten zu. Kumuliert von Januar bis August dieses Jahres nahmen die deutschen Elektroexporte in den Euroraum um 11,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 40,5 Mrd. Euro ab.

Nur Exporte nach China und in die Türkei konnten zulegen

Die Elektroausfuhren in Länder außerhalb der Eurozone lagen im August mit 10,9 Mrd. Euro um 9,3 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Zweistellige Rückgänge musste die Branche hier bei den Lieferungen nach Japan (-24,4% auf 207 Mio. €), in die USA (-16,2% auf 1,4 Mrd. €), nach Russland (-15,4% auf 339 Mio. €), Tschechien (-13,1% auf 677 Mio. €) und Großbritannien (-10,2% auf 640 Mio. €) verzeichnen. Die Lieferungen nach Polen gaben um 4,8 Prozent auf 846 Mio. Euro nach. Die Exporte nach Rumänien (-0,7% auf 314 Mio. €) und Südkorea (-0,4% auf 251 Mio. €) fielen nur leicht unter Vorjahr. Dagegen konnten im Ausfuhrgeschäft mit China leichte (+1,0% auf 1,9 Mrd. €) und mit der Türkei sogar kräftige (+ 2,3% auf 284 Mio. €) Zuwächse erzielt werden. »Unter den Exporten in die zehn größten Abnehmerländer der deutschen Elektroindustrie waren die Lieferungen nach China im August die einzigen, die zulegen konnten«, sagte Gontermann.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden in den Ländern außerhalb des Euroraums Elektroexporte in Höhe von 89,3 Mrd. Euro abgesetzt ‒ ein Minus von 7,1 Prozent gegenüber Vorjahr.

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