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Automatisierer Pilz

Umsatzrückgang und geänderte Robotik-Strategie

05. Mai 2021, 21:46 Uhr   |  Andreas Knoll

Umsatzrückgang und geänderte Robotik-Strategie
© Andreas Knoll / Markt&Technik

Susanne Kunschert, Pilz: »Auch wenn sich die Auftragslage in den letzten Monaten stabilisiert hat, bleiben wegen der Corona-Pandemie genauere wirtschaftliche Prognosen für 2021 schwierig. Dennoch blicke ich voller Zuversicht und kraftvoll auf 2021.«

Einen Umsatzrückgang um 11,3 Prozent verbuchte die Pilz-Unternehmensgruppe für das Geschäftsjahr 2020; der Exportanteil stieg, die F&E-Quote blieb stabil. Geändert hat der Automatisierungstechnik-Hersteller seine Robotik-Strategie: Der eigenentwickelte Roboterarm wurde aufgegeben.

»Unsere Geschäftstätigkeit im letzten Jahr war besonders von den durch Corona hervorgerufenen Krisen bestimmt: Wir blicken auf ein Jahr 2020 zurück, das unserem Unternehmen und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr viel abverlangt hat«, erläutert Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co.KG. »Aber es ist uns gelungen, uns gemeinsam gegen die Krisen zu stemmen und Stand zu halten.«

Im Geschäftsjahr 2020 erzielte die Pilz-Gruppe einen Umsatz von 286,2 Mio. Euro, 11,3 Prozent weniger als der Vorjahresumsatz von 322,5 Mio. Euro. Die Mitarbeiterzahl weltweit betrug 2440 Personen zum Stichtag 31.12.2020, was einem Minus von 4,2 Prozent entspricht. In Deutschland sank die Mitarbeiterzahl um 3,4 Prozent: von 1128 auf 1091 (31.12.2020). »Dieser Rückgang beruht ausschließlich auf Rentenabgängen und natürlicher Fluktuation«, führt Susanne Kunschert aus. »Betriebsbedingte Kündigungen im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise konnten vermieden werden.«

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat das Unternehmen sein Ausbildungs-Engagement wie geplant fortgeführt: Alle Auszubildenden wurden nach Ende ihrer Ausbildung übernommen. 16 neue Azubis sind bei Pilz 2020 ins Berufsleben gestartet; 2010 waren es noch vier Azubis gewesen. Stand 31.12.2020 absolvierten 46 junge Menschen bei Pilz in Ostfildern eine Ausbildung oder ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Als Ergebnis der verstärkten weltweiten Marketing- und Vertriebstätigkeiten steigerte das Unternehmen 2020 seinen Exportanteil weiter, und zwar auf 75,2 Prozent nach 74,3 Prozent im Vorjahr. Die F&E-Quote blieb wie 2019 über 21 Prozent.

Als aktuellen Beleg seiner Innovationskraft betrachtet Pilz die Markteinführung des Sicherheitsschaltgeräts myPNOZ Anfang 2021. Auf Basis eines durchgängigen digitalen Konzepts kann Pilz mit ihm sichere Lösungen anbieten, die nach kundenspezifischen Anforderungen individuell in Losgröße 1 gebaut werden – im Sinne von Industrie 4.0. »Für Anwender bietet myPNOZ ein komplett neues digitales Kundenerlebnis mit Blick auf Auswahl und Konfiguration, Bestellung sowie Installation von Industriekomponenten«, betont Susanne Kunschert. Bestätigung erfuhr myPNOZ im Rahmen der Hannover Messe 2021 Digital Edition: Als einer von drei Finalisten war das Gerät für den Industriepreis Hermes Award nominiert.

Für das laufende Jahr zeigt sich Susanne Kunschert optimistisch: »Auch wenn sich die Auftragslage in den letzten Monaten stabilisiert hat, bleiben wegen der Corona-Pandemie genauere wirtschaftliche Prognosen für 2021 schwierig. Dennoch blicke ich voller Zuversicht und kraftvoll auf 2021 und bin voller Vertrauen, dass wir das Jahr gut meistern.«

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1. Umsatzrückgang und geänderte Robotik-Strategie
2. Die Änderungen der Robotik-Strategie im Einzelnen

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