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Fun Facts zum ISS-Betrieb

Wussten Sie, dass ...?

NASA-Astronaut Scott Parazynski repariert ein Sonnensegel der ISS, das sich nicht ganz entfaltet hat. Der gesamte Außenbordeinsatz dauerte über sieben Stunden.
NASA-Astronaut Scott Parazynski repariert ein Sonnensegel der ISS, das sich nicht ganz entfaltet hat. Der gesamte Außenbordeinsatz dauerte über sieben Stunden.
© NASA

Wenn die wohl teuerste Putzkolonne der Welt im wohl teuersten menschlichen Bauwerk historisch teuren Kaffee trinkt: Kurioses von der ISS.

450 Tonnen wiegt der Koloss ISS, der in etwa 400 Kilometern Flughöhe um die Erde kreist. Der Aufenthalt auf der Raumstation mag für die Astronauten spektakulär sein, gemütlich ist er nicht: Beim Keksebacken muss man ewig warten, Unterwäsche ist Mangelware und es müffelt mächtig. Eine Auswahl besonderer Fakten.

Fun und Facts zur ISS

Fun und Facts zur ISS
© NASA
Fun und Facts zur ISS
© NASA, ESA
Fun und Facts zur ISS
© NASA, ESA

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Wussten Sie, dass ...

 - die ISS das wohl teuerste bisher von Menschenhand geschaffene Objekt ist? Weit über 100 Mrd. oder gar 150 Mrd. Dollar sind nach Schätzungen in das Projekt ISS geflossen. Die US-Raumfahrtagentur Nasa macht dazu keine Angaben. Oftmals werden von beteiligten Agenturen lediglich die Hardware-Kosten angegeben, ohne die Ausgaben für Astronauten, Experimente und andere Bereiche. Deutschland kostet der Unterhalt der ISS derzeit etwa 160 Mio. Euro jährlich, bei geschätzten Gesamtkosten der Station von wohl bis zu 6 Mrd. Dollar pro Jahr.

So fliegt man: einfach daneben fallen!

Wussten Sie, dass auf der ISS nicht wegen ihrer Flughöhe Schwerelosigkeit herrscht? Die Anziehungskraft der Erde ist in 400 Kilometern Höhe noch fast genauso groß wie auf der Erde. Der Grund für die Schwerelosigkeit an Bord ist, dass die ISS samt Astronauten eigentlich nicht fliegt, sondern andauernd fällt, in einem großen Kreis um die Erde herum.

Es müffelt – und der Weltraum riecht nach Wunderkerzen

Wussten Sie, dass es auf der ISS nicht gut riecht und alles andere als still ist? »Das Lüftungssystem ist sehr laut«, sagte der Astronaut Alexander Gerst einmal. Luftaustausch findet in der Schwerelosigkeit nur statt, wenn man ihn durch Ventilatoren herstellt – entsprechend viele gibt es in dem riesigen Gebilde. Hinzu kommen Pumpen, Kompressoren, Bordelektronik, Hardware. Damit ist es etwa so laut wie an einer stark befahrenen Straße. Zum Geruch der ISS schrieb der frühere US-Astronaut Scott Kelly, der fast ein Jahr auf der ISS zubrachte, in seinem Buch »Endurance«, dass es vor allem nach den Ausgasungen der Geräte rieche. Hinzu komme Körpergeruch und der des Abfalls, der zwar möglichst hermetisch isoliert, aber nur alle paar Monate entsorgt werde. Der Weltraum wiederum riecht demnach nach verbranntem Metall – wie Wunderkerzen oder als ob etwas geschweißt werde.

Dinge verschwinden gerne mal

Wussten Sie, dass Dinge wie Löffel auf der ISS gern mal für Wochen oder gar für immer unauffindbar sind? In der Schwerelosigkeit geht nach Erzählungen von Astronauten sehr schnell mal etwas verloren, das nur kurz in der Schwerelosigkeit abgestellt wurde. »Die Raumstation ist ja so voll mit Ausrüstung, das versteckt sich da irgendwo und zwei Tage später findet man's«, erzählte der deutsche Astronaut Alexander Gerst. »Bringt einen dann auch nicht mehr weiter, wenn es der Kaffee war.«

Die ISS braust dahin – die Zeit kriecht

Wussten Sie, dass die Zeit auf der ISS langsamer vergeht? Fachleute nennen den auf Einsteins Relativitätstheorie zurückgehenden Effekt Zwillingsparadoxon. Bei der ISS gibt es ein reales Beispiel: Der US-Astronaut Scott Kelly verbrachte fast ein ganzes Jahr auf der ISS, sein Zwillingsbruder blieb am Boden. Dem Gedankenexperiment zufolge durchlebte Scott Kelly bei seiner Bewegung durchs All Bruchteile von Sekunden weniger als sein Bruder Mark auf der Erde.

Die ISS – eine zerdellte Blechbüchse

Wussten Sie, dass die ISS nicht wie ein Hochglanzraumschiff, sondern eher wie eine arg ramponierte Konservendose aussieht? Auf die Station prasseln seit vielen Jahren Mikrometeoriten und winziger Weltraumschrott ein, entsprechend zerdellt ist ihre Oberfläche. Größeren Teilen weicht die Station gezielt aus.

Teebeutel als Leck-Sensor

Wussten Sie, dass gefährliche Lecks in der ISS-Außenhülle schon mal mit schwebenden Teebeutel gesucht werden? Im vergangenen Jahr registrierten Astronauten eine undichte Stelle an einem Übergang zum Modul »Swesda«. Um das Leck aufzuspüren, ließen sie einen Teebeutel los, der in der Schwerelosigkeit zu der undichten Stelle schwebte.

- Astronauten vorm Start zur ISS gerne mal an einen Bus pullern, so sie von Kasachstan aus starten? Bevor Raumfahrer dort in die Rakete klettern, zelebrieren sie Riten und Bräuche der russischen Raumfahrt –  und dazu soll gehören, auf dem Weg zur Startrampe an den Reifen des Busses zu urinieren. Das geht angeblich auf den Raumfahrtpionier Juri Gagarin zurück, der demnach vor dem ersten Flug am russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Zentralasien schnell noch Wasser lassen musste.

- die Menschen auf der ISS 16 Sonnenaufgänge (und Untergänge) pro Tag erleben können? Allerdings sind sie für den Beobachter wesentlich kürzer als auf der Erde. Die ISS umrundet die Erde in jeweils 90 Minuten - also 16 mal täglich.

Schnupfnase rund um die Uhr

Wussten Sie, dass ISS-Raumfahrer ständig eine Schnupfennase haben? Auf der Erde fließt die Flüssigkeit der Nasenschleimhäute meist unbemerkt und automatisch in den Rachen – nicht so in der Schwerelosigkeit. Zudem verlagert sich das Wasser in den Organen, die Nasenschleimhäute schwellen an. Betroffen ist übrigens nicht nur die Nase: Das ganze Gesicht ist aufgedunsen – die Beine hingegen sind dünner.

Kreislaufwirtschaft funktioniert!

Wussten Sie, dass das Pipi von gestern auf der ISS zum Kaffee von heute wird? Weil es viel zu teuer wäre, regelmäßig Wasser zur Raumstation zu schicken, müssen Astronauten und Kosmonauten aufbereitetes Wasser trinken – aus recyceltem Urin und Schweiß der Besatzung. Angeblich soll das Trinkwasser genauso schmecken wie auf der Erde.

- Astronauten einen Trick parat haben, wenn ihnen im Raumanzug beim Außeneinsatz die Nase juckt? Sie nutzen das sogenannte Valsalva-Gerät, das vor allem dem Druckausgleich dient. Es handelt sich dabei um ein Schaumstoffgebilde, mit dem sich die Nasenlöcher verschließen lassen – aber eben auch die Nase rubbeln lässt.


  1. Wussten Sie, dass ...?
  2. Wie man im Weltall ertrinkt - und woran Sie einen Astronauten erkennen

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