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Neues GUI für neue Laboroszilloskope

02. Juli 2021, 10:00 Uhr   |  Markus Haller

Neues GUI für neue Laboroszilloskope
© Rohde & Schwarz

Mit der Serie R&S RTO6 führt Rohde & Schwarz ein neues GUI ein und bringt ein größeres 15,6-Zoll-Touchdisplay in seine Laboroszilloskope.

Die neuen R&S RTO6-Oszilloskope sollen langfristig die Gerätefamilie RTO2000 ersetzen. Nicht alles ist neu, aber einiges – das Display ist größer, das GUI runderneuert und der ENOB für das Gesamtsystem wurde deutlich erhöht.

Das Oszilloskop-Sortiment von Rohde & Schwarz ordnet sich in acht Leistungsklassen, angefangen von tragbaren Geräten mit 60 MHz Bandbreite bis zur Klasse der »Performance-Oszilloskope« mit 16 GHz ganz am oberen Ende. Die R&S RTO6 fallen mit ihren 600 MHz bis 6 GHz unter die Laboroszilloskope, gleich hinter der Performance-Klasse. Sie sollen die Nachfolge der RTO2000-Oszilloskope antreten, die vor einigen Jahr eingeführt wurden. Mit ihnen kamen einige Funktionen neu auf den Oszilloskopmarkt, die auch heute noch als Alleinstellungsmerkmale gelten und in die neue Gerätefamilie übernommen wurde. Dazu gehört die hohe Aktualisierungsrate von 1 Mio. Messkurven pro Sekunde.

Sechs Modelle

Die neue Oszilloskopfamilie besteht aus sechs Modellen mit jeweils 4 Messkanälen, die sich in der Bandbreite unterscheiden: 600 MHz, 1 GHz, 2 GHz, 3 GHz, 4 GHz und 6 GHz. Konzipiert wurden sie für Elektronikentwickler aus allen großen Branchen von Embedded, über Leistungselektronik und HF bis zur Elektronikentwicklung im Fahrzeug. Die schnelle Messkurvenerfassung ermöglicht das Auffinden von seltenen Ereignissen und nur sporadisch auftretenden Signalfehlern. Der störungsfreie Dynamikbereich (SFDR) beträgt 65 dBc.

R&S RTO6 im Portrait

In den R&S RTO6 wird ein ASIC verwendet, der auf parallele Datenverarbeitung ausgelegt ist.
Mit der Zonentrigger-Funktion lassen sich bis zu acht Trigger-Zonen definieren - im Zeit und Frequenzraum - und über Logikbedingungen über mehrere Kanäle verknüpfen.
Die Front und das GUI wurden überarbeitet: Es gibt nur noch eine Leiste mit mechanischen Bedientasten rechts und der Anzeige der Messkurven wurde mehr Platz eingeräumt.

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Vergleich mit RTO2000 - was ist neu?

Die drei größten Veränderungen gegenüber der RTO2000-Serie sind das neue 15,6-Zoll-Touchdisplay, die neue Bedienung mit veränderter Anordnung der mechanischen Tasten und komplett neuer grafischer Benutzeroberfläche (GUI) und die ENOB von 9,4 für das gesamte Oszilloskop. Die Vorgängermodelle sind mit einem 12,1-Zoll-Touchdisplay ausgestattet und haben zwei Leisten mit mechanischen Tasten – eine schmale links und eine breitere rechts. In der R&S-RTO6-Serie wurden allen mechanischen Tasten in einer Leiste rechts vom Display angeordnet. Durch das größere Display und die neue Anordnung des GUI steht für die Anzeige der Messkurven eine größere Betrachtungsfläche zur Verfügung. Für einen schnellen Zugriff auf Messfunktionen per Touch-Bedienung ist oberhalb der Anzeige eine Toolbar integriert.

Oszilloskope
© Rohde & Schwarz

Blick auf die Front der Vorgängerserie RTO2000: Links ist eine zweite Leiste mit mechanischen Tasten.

Die ENOB von bis zu 9,4 für das Gesamtsystem sticht heraus. Für die RTO2000-Oszilloskope ist im Datenblatt ein Maximalwert von >7,0 bit für den Analog-Digital-Umsetzer angegeben. Ein Wert für das Gesamtsystem ist nicht ausgewiesen, wird aber kleiner ausfallen als für eine einzelne Komponente der Signalkette. Da hier verschiedene Angaben nebeneinander gelegt werden, kann dieser Vergleich aber nur eine ungefähre Orientierung bieten.

Ein weiterer Unterschied zur RTO2000-Serie: Für die Signalerfassung in der R&S RTO6-Serie wurde eine neue Architektur mit eigenen ASICs entwickelt, die ein flüssiges Arbeiten auch bei aktiviertem Histogramm und Maskentests erlaubt.

Was bleibt gleich?

Gleich bleiben die Abtastrate von 20 Gsamples/s, der abgedeckte Frequenzbereich von 600 MHz bis 6 GHz und der hochauflösende Modus für maximal 16 bit vertikale Auflösung. Der Standard-Erfassungsspeicher von 200 Mio. Messpunkten (1 Msample) pro Kanal und die maximale Erweiterung auf 1 Mrd. Messpunkte (1 Gsample) waren schon mit einigen Modellen der RTO2000-Serie verfügbar, sind aber verglichen mit ähnlichen Oszilloskopen am Markt noch immer führend. Beibehalten wurde auch das »SmartGrid«, mit dem sich Signaldarstellungen per Drag & Drop an verschiedene Stellen des Bildschirms ziehen lassen.

Für die RTO6-Oszilloskope hat Rohde & Schwarz 8-bit-ADCs integriert. Der Schritt erstaunt etwas, da das Unternehmen in anderen Oszilloskopfamilien, auch der kleineren Leistungsklasse, bereits auf 10-bit-ADCs umgeschwenkt hat. Entscheidend ist am Ende aber ein performantes Gesamtsystem mit rauscharmen Komponenten und linearer Verstärkerstufe. Und hier erzielen die neuen Oszilloskope mit 14 µV Rauschen (bei vertikaler Empfindlichkeit von 1 mV/div, 20 MHz und 50 Ω ) einen sehr guten Wert und schneiden auch mit 1,5 % Verstärker-Genauigkeit (DC gain accuracy) gut ab.

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