Erfolg mit der Blockchain Revolutionäre Technik – evolutionäre Umsetzung

Tobias Stähle, Oracle: »Die Blockchain ist eine revolutionäre Technik, mit dem großen Vorteil, dass für die Umsetzung nur evolutionäre Veränderungen in den Prozessen ablaufen müssen. Das Schöne ist also, dass man klein anfangen kann.«
Tobias Stähle, Oracle: »Die Blockchain ist eine revolutionäre Technik, mit dem großen Vorteil, dass für die Umsetzung nur evolutionäre Veränderungen in den Prozessen ablaufen müssen. Das Schöne ist also, dass man klein anfangen kann.«

»Wie kann man es sich leisten, sich nicht mit der Blockchain-Technik auseinanderzusetzen?«, fragt Tobias Stähle von Oracle. Hier erklärt er, warum er die Euphorie für gerechtfertigt hält.

Markt&Technik: Wer in welcher Branche auch immer Probleme mit der Digitalisierung hat, für den steht jetzt die Blockchain-Technik zur Verfügung, die sie nicht nur löst, sondern gleich noch ganz neue Geschäftsideen möglich macht. Dieser Eindruck drängt sich dem auf, der das Thema derzeit verfolgt. Ist die Euphorie gerechtfertigt?

Tobias Stähle, Oracle: Es handelt sich tatsächlich um eine revolutionäre Technik, mit der digitale Informationen fälschungssicher zertifiziert werden kann. Das allein birgt ein derartiges Potenzial, dass sich eigentlich jeder intensiv mit den Möglichkeiten der neuen Technik beschäftigen müsste.

Was zumindest oberflächlich den Anschein erweckt, so zu sein: Kaum ein Unternehmen, das etwas auf sich hält, das nach außen nicht verkünden würde, sich jetzt intensiv mit der Blockchain und allgemein den Distributed-Ledger-Techniken zu beschäftigen. Allerdings ist auch schon eine gewisse Ernüchterung eingekehrt. Ein Allheilmittel ist die Technik jedenfalls nicht. Wie lässt sich schnell feststellen, ob sie im konkreten Fall hilft?

Selbstverständlich haben viele Unternehmen noch Lernbedarf, wenn es um den Einsatz der neuen Technologien geht. Zu den gängigen Anwendungsfällen wie z.B. die Verfolgung von Gütern (Track & Trace), Herkunftsidentifizierung, die Überwachung des bestimmungsgemässen Gebrauchs von Produkten (Warrenty & Usage) sowie Kühllogistik gibt es massenhaft Pilotprojekte. Natürlich stellt jede Branche, jeder Markt und vor allem jedes Unternehmen eigene Anforderungen. Man muss eben sehr genau wissen, um was es jeweils geht, um die Technik gezielt einzusetzen. Deshalb beschäftige ich mich bei Oracle ausschließlich mit der Anwendung der Blockchain in der Supply Chain. Besonders vier Branchen stehen hier derzeit im Zentrum:  Die Pharmaindustrie, Nahrung und Genussmittel, Zertifizierer sowie die Logistik.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Ein gutes Beispiel sind Zertifizierungsdienstleister, die Geräte nach bestimmten Normen testen, um Zulassungen zu erteilen oder sie nach bestimmten Kriterien zu qualifizieren. Die Blockchain gestattet ihnen, die Zertifizierung nicht nur für eine Geräteklasse durchzuführen sondern sie für jedes einzelne Gerät fortzuschreiben Das wäre auch ohne Blockchain möglich, aber mit Hilfe der Blockchain kann die Information von Produkt und zugehörigem Zertifikat bequem allen Interessierten zugänglich gemacht werden. Die Blockchain Technologie bietet hocheffiziente Möglichkeiten, Produktspezifische Informationen fälschungssicher und transparent zu hinterlegen - für jede einzelne Seriennummer.
Das eröffnet neue Möglichkeiten, die angebotenen Dienstleistungen umfangreich zu erweitern. Etwa in der Luft- und Raumfahrt: Weil sich jedes Bauelement eindeutig zuordnen lässt, liegt eine Dokumentation für jedes einzelne Flugzeug vor, fälschungssicher. Das ist ein ganz wichtiger Punkt: Ob Flugzeuge oder relativ einfache Consumer-Produkte: Über die Blockchain lassen sich Fälschungen verhindern.  Allein das wäre schon ein enormer Fortschritt, aber in der Blockchain steckt noch viel mehr.