Fabrik für Industrie-Federzüge Bürklin kauft Molex-Division Aero-Motive

Alfred Lipp, Bürklin: »Wir transferieren nicht nur die Fabrik nach Oberhaching, sondern wollen auch die Zulieferkette soweit wie möglich in die Region verlagern.«

Das neue Tochterunternehmen Aero-Motive – a Bürklin Company – wird künftig in Oberhaching Federzüge für raue Industrieumgebungen fertigen.

Damit wird Bürklin künftig an seinem Hauptstandort in Oberhaching bei München nicht mehr nur dem angestammten Distributionsgeschäft nachgehen, sondern baut eigens eine Fabrik auf dem Nachbargelände auf und lässt sämtliches Equipment aus Mexiko nach Deutschland umziehen. Dort hatte Molex, bislang Eigentümer der Marke und Division Aero-Motive, die Federzüge produziert. Mit dem Eigentümerwechsel läutet Bürklin auch einen Standortwechsel ein und will nach Auskunft von Alfred Lipp, Vertriebsleiter und Prokurist von Bürklin, konsequent auf Made in Germany setzen: »Wir transferieren nicht nur die Fabrik nach Oberhaching, sondern wollen auch die Zulieferkette soweit wie möglich in die Region verlagern.« Für eine reibungslose Inbetriebnahme soll der angestammte Werksleiter aus Mexiko sorgen, den Bürklin für Oberhaching gewinnen konnte.

Wo kommen die Federzüge zum Einsatz? Unterteilt werden Federzüge in verschiedene Gewichtsklassen. Exemplare für große Lasten finden hauptsächlich in der Automobilproduktion, auch in Verbindung mit Robotern, ihren Einsatz. Mittlere und kleine Größen sind für den Einsatz bei Handwerkszeugen und Arbeitsplätzen zur Werkzeugführung konzipiert. So finden sie in großem Umfang zum Beispiel in der manuellen Elektronikfertigung ihren Einsatz.

Dass ein Distributor selbst zum Hersteller von elektromechanischen Gütern mit eigener Fabrik wird, ist die Ausnahme. Wie kam es dazu? »Wir legen in der Distribution seit einiger Zeit großes Augenmerk auf das MRO-Segment, und hier gehörten die Aero-Motive-Federzüge von Molex tatsächlich zu unseren sehr gefragten Kernprodukten«, erklärt Alfred Lipp. »Nicht zuletzt aufgrund unserer hohen Lagerbestände erfuhren wir von Kundenseite ein immenses Interesse an diesen Produkten.« Außerdem, so Lipp, liege es nahe, dass sich ein Distributor wie Bürklin in der Lieferkette einen Schritt weiter entwickeln möchte. »Für uns ergibt das Sinn, denn wir wissen nicht, wie sich die digitalen Einkaufsportale weiterentwickeln. Letztlich geht es immer um das Produkt und wir haben als Hersteller ein zweites Standbein.«

Eine lange und vertrauensvolle Geschäftsbeziehung zwischen Bürklin und Molex und die Tatsache, dass sich Molex verstärkt auf seine Kernkompetenzen konzentrieren will, öffneten schließlich die Türen für den Deal. Man habe etwa ein Jahr mit Molex verhandelt, so Lipp, bevor der Vertrag im Oktober unterzeichnet wurde. Die Fabrik soll Anfang 2020 ihren Betrieb aufnehmen.