Ingenieurarbeitsmarkt

VDI meldet Rekordwert bei offenen Stellen

26. April 2022, 11:55 Uhr | Corinne Schindlbeck
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Der Ingenieurarbeitsmarkt zieht deutlich an. Die Zahl der offenen Stellen liegt seit dem vierten Quartal 2021 nicht nur höher als vor der Pandemie, sondern erreicht sogar den höchsten Wert seit über 10 Jahren.

Seit dem Tiefpunkt der Corona-Krise ist die Zahl der offenen Stellen laut VDI-/IW-Ingenieurmonitor in den letzten Quartalen stetig gestiegen. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue VDI/IW-Ingenieurmonitor, den das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den VDI erstellt. Der Quartalswert vor der Corona-Krise lag bei 117.400 zu besetzenden Positionen. 140.000 offene Stellen waren im vierten Quartal 2021 monatsdurchschnittlich zu besetzen - der höchste Quartalswert seit Beginn der Aufzeichnungen des Ingenieurmonitors im Jahr 2011. 

Mehr als 91.000 Jobs verteilen sich auf die klassischen Ingenieurberufskategorien. Knappe 49.000 offene Stellen auf Informatiker-Berufe. Im Vergleich zum Vorjahresquartal zeigte die Arbeitskräftenachfrage mit einem Plus von 51,4 Prozent einen deutlichen Zuwachs. 

Für das erste Quartal 2022 rechnet der VDI mit einer weiteren Zunahme der offenen Jobs, auch wenn im Laufe des Jahres durch den Krieg in der Ukraine mit einer konjunkturellen Abkühlung zu rechnen sei, deren Auswirkungen auf den Ingenieurarbeitsmarkt abzuwarten bleibe.

Die größten Engpässe bestehen laut der Erhebung bei den Ingenieurberufen im Bereich Bau und Vermessung, Informatik sowie Energie- und Elektrotechnik. Knappheit bestehe jedoch auch in allen anderen Ingenieurberufen. 

In den kommenden Jahren werde durch Digitalisierung und Klimaschutz der Bedarf an Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikerberufen deutlich zunehmen, prognostiziert der VDI. Er beziffert den jährlichen demografischen Ersatzbedarf an MINT-Akademiker:innen bei 7.400. 

Regional gibt allerdings deutliche Unterschiede bei den Engpässen: Am stärksten betroffen ist Sachsen-Anhalt/Thüringen mit 547 Stellen für Ingenieure je 100 Arbeitslosen (gemessen an der Engpassrelation). Darauf folgen Sachsen (523 zu 100) sowie an dritter Stelle Bayern mit einer Relation von 520 zu 100.

Der Ingenieurmonitor wird einmal pro Quartal gemeinsam vom VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. und dem Institut der deutschen Wirtschaft e.V. herausgegeben. 
 


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