Schwerpunkte

Bessere interne Kommunikation

»Unsere App wurde gemeinsam mit Betriebsräten entwickelt«

04. Februar 2021, 12:27 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

»Unsere App wurde gemeinsam mit Betriebsräten entwickelt«
© Flip

Benedikt Ilg hat Flip 2018 zusammen mit Giacomo Kenner gegründet. Ihre Vision: »Wir gestalten die intuitivste und sicherste Mitarbeiter-App und entwickeln damit die Kommunikation am Arbeitsplatz weiter.«

Für die interne Kommunikation gibt es heute populäre Programme wie Slack oder Microsoft Teams. Das Startup Flip aus Stuttgart will auch Non-Desktop-Mitarbeiter aus Fertigung und Produktion einbinden. Wie, das erklärt Gründer Benedikt Ilg.

Herr Ilg, was ist der wesentliche Vorteil Ihrer App Flip gegenüber Slack oder Microsoft Teams?

Benedikt Ilg: Die Mitarbeiter-App bindet alle Beschäftigten, unabhängig von Arbeitsplatz und Einsatzort, in die interne Kommunikation ein. Flip bindet auch diejenigen MitarbeiterInnen mit ein, die in der Vergangenheit bei der Einführung neuer Kommunikationstools vergessen wurden: die Non-Desktop-MitarbeiterInnen. Diese Gruppe inkludiert alle MitarbeiterInnen, die in der Produktionshalle, auf der Krankenstation oder auf der Fläche im Handel arbeiten.

Die Mitarbeiter-App wurde außerdem gemeinsam mit Betriebsräten entwickelt, da das Thema Datensicherheit in vielen Unternehmen oberste Priorität genießt. Im Gegensatz zu kommerziellen Messengern bedeutet dies, dass zum Beispiel die private Handynummer des Nutzers nicht ausgelesen wird. Sowohl Slack als auch Microsoft Teams setzen hingegen auf eine Zielgruppe aus technikaffinen MitarbeiterInnen mit einem festen Arbeitsplatz und Endgeräten vom Arbeitgeber. Diese Gruppe tauscht auf täglicher Basis E-Mails und Dokumente aus, was jedoch nicht dem klassischen Arbeitstag der Non-Desktop-MitarbeiterInnen entspricht. 

Wie funktioniert Flip und auf welchen Geräten?

Flip ist so konzipiert, dass die App sowohl auf firmeneigenen Endgeräten als auch auf den privaten Geräten der Angestellten genutzt werden kann. Flip ist damit eine “Bring your own device” Lösung. Darüber hinaus ist die App sowohl mobil als Desktop Version oder auf dem Tablet verfügbar. Zum ersten Mal wird damit die Möglichkeit geschaffen, MitarbeiterInnen mit nur zwei Klicks zu informieren und somit zu befähigen, stets auf dem neuesten Stand zu sein. Die App ist so intuitiv, dass sie alle Beteiligten unmittelbar nutzen können. So erhalten auch weniger technikaffine MitarbeiterInnen die Möglichkeit, Informationen einfach digital abrufen zu können. 

Betrachtet man den Funktionsumfang, so kombiniert Flip Top-Down und Bottom-Up Kommunikationstools um den optimalen Mehrwert für alle Nutzer zu bieten: Das digitale Schwarze Brett, der sogenannte Newsfeed, bildet alle relevanten Informationen für den Nutzer ab. Zudem verfügt die App über sowohl Einzel- als auch Gruppenchats. Die Gruppenchats sind besonders hilfreich, um zum Beispiel abteilungs- und standortübergreifend zu kommunizieren. Weitere Funktionen wie die Schichtplanung oder Urlaubsplanung lassen sich einfach und schnell in die App integrieren.

Auf welche Defizite in der internen Kommunikation reagieren Sie Ihrer Meinung nach mit Flip?

Flip hebt die interne Kommunikation in Unternehmen auf ein neues Niveau. Durch die Bündelung verschiedener Systeme in einer App, wird dem gesamten Unternehmen die Komplexität in der internen Kommunikation genommen und die Kommunikation mit der Führungskraft oder dem Team erleichtert. Gerade bei weitreichenden Unternehmensveränderungen ist eine funktionierende interne Kommunikation existenziell. Die Ankündigung neuer Arbeitsregelungen oder Veränderungen interner Strukturen verunsichert die Belegschaft oft. Reagiert das Unternehmen dann nicht mit einer zeitnahen und angemessenen Kommunikation, ist der Flurfunk vorprogrammiert. Hier setzt Flip an und setzt darauf, dass sowohl Desktop-, als auch Non-Desktop-MitarbeiterInnen stets informiert werden können.

Welche Voraussetzungen braucht es, damit die App tatsächlich genutzt wird?

Generell spielt die Unternehmenskultur eine große Rolle. Ist mobiles und flexibles Arbeiten nicht in den Grundsätzen verankert, so kann das Potential einer Mitarbeiter-App nicht voll ausgeschöpft werden. Denn Grundvoraussetzung für eine Mitarbeiter-App ist es, dass Kommunikation nicht nur Top-Down, sondern auch Bottom-Up stattfinden kann und darf. Gerade die Belegschaft muss von der Nutzung überzeugt werden, was schwierig ist, wenn diese keinen ersichtlichen Mehrwert in der Nutzung der App sieht. Dies kann passieren, wenn zum Beispiel keine wertvollen und informativen Inhalte in der App geteilt werden. 

Des Weiteren befürchten viele Unternehmen bei der Einführung neuer Software einen großen Aufwand für die unternehmenseigene IT-Abteilung. Auch hier entlastet Flip die Unternehmen weitestgehend. Die App ist innerhalb von 24h Stunden und ohne IT-Aufwand nutzungsbereit. 

Produktionsmitarbeiter haben selten eine eigene PC-Anbindung, wo liegt für sie der Vorteil Ihrer App? 

Hier sieht die Realität in vielen Unternehmen noch immer so aus, dass das Schwarze Brett, Terminals oder private Gruppen in Messenger gängige Kommunikationslösungen sind. MitarbeiterInnen, die krank sind oder im Urlaub können sich daher nicht rechtzeitig informieren. Wenn jedoch die gesamte Belegschaft inklusive der Non-Desktop-MitarbeiterInnen einen gleichberechtigten Zugang zu unternehmensinternen Informationen hat, kann gewährleistet werden, dass alle stets auf dem neuesten Stand sind. Ein konkretes Beispiel wäre hier der Handel. In Unternehmen in denen Flip im Einsatz ist, verwenden rund 97 % aller Angestellten die App täglich. Insbesondere die Abstimmungs- und Informationszeiten konnten reduziert werden und das „Hören/Sagen“ wird verringert, weil auf Unklarheiten direkt reagiert werden kann. Informationen zu Sonderangeboten, bevorstehenden Testkäufen oder Sortimentsänderungen können unkompliziert und abteilungsübergreifend geteilt werden. 
 

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