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Social-Media-Analyse

So gendern die DAX-30-CEOs

20. Mai 2021, 11:32 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

So gendern die DAX-30-CEOs
© Frank Lambert/stock.adobe.com

Der Gebrauch von gendersensibler Sprache scheint in der ersten Liga der deutschen Wirtschaft angekommen zu sein, zeigt eine aktuelle DAX-30-Analyse der Jobseite Indeed.

Indeed Gender
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Diese Formulierungen verwenden DAX-CEOs am häufigsten, um genderneutral zu posten. (Für Vollansicht bitte klicken)

Demnach kommunizieren die Konzernchefs mehrheitlich geschlechtsneutral in der Öffentlichkeit – zumindest in den sozialen Netzwerken. Zu diesem Ergebnis führen über 441 untersuchten Social Media Postings von den 19 ausschließlich männlichen CEOs, die aktiv ihre Profile in sozialen Netzwerken bespielen.

Insgesamt kommen 96 Prozent aller Postings der DAX-30-CEOs ohne das generische Maskulinum aus und sind über verschiedene Varianten (wie Vermeidung, aktives Gendern) gendersensibel formuliert. Die hohe Quote kommt zustande, weil insgesamt 72 Prozent der Texte (318) auf Englisch verfasst sind und damit zunächst unsensible Formu-lierungen in der deutschen Sprache vermeiden.

Doch auch im Englischen ist das generische Maskulinum durch traditionell männliche Pronomen (he/him/his und weitere) häufig vertreten. Wie die Analyse zeigt, vermeiden die CEOs dies bei 100 Prozent ihrer englischen Beiträge, meistens durch die Verwendung von Pluralformen (we, they, us), die alle Geschlechter mit einbeziehen, sofern dies möglich war. Hauptgrund für den hohen Anteil englischer Postings ist, dass die Konzernchefs weit über den deutschen Sprachraum hinaus ihre globalen Zielgruppen und Mitarbeitenden adressieren.

Deutsche Beiträge nicht immer gendersensibel

Bei den 123 analysierten Beiträgen in deutscher Sprache (28 Prozent von allen Postings) kommt die Analyse zu ei-nem weniger eindeutigen Ergebnis: Insgesamt sind 87 Prozent der deutschsprachigen Texte gendersensibel formuliert. Dazu führt mit anteilig 55 Prozent vor allem die gezielte Vermeidung geschlechtsspezifischer Ansprache durch inklusive wie allgemeine Ausdrucksweisen (wir, Team, Menschen). Weitere 32 Prozent werden aktiv gendergerecht durch die Nutzung des Gender-Sternchens oder Binnen-Is und weiteren Optionen verfasst. In 13 Prozent der Texte wird hingegen das generische Maskulinum genutzt.

In ihren gegenderten Beiträgen setzen die Geschäftsführer am häufigsten auf Formulierungen mit “und”. Insgesamt 49 Prozent der Beiträge (19) sprechen bspw. von „Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen“. Der Gender-Doppelpunkt ist mit 21 Prozent (acht) die zweithäufigste Formulierung. Dahinter folgt das Gender-Sternchen mit jeweils 15 Prozent (sechs).

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