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Amerikanische Tech-Giganten profitieren von Corona-Pandemie

28. Juli 2021, 07:58 Uhr   |  dpa, Newsdesk st

Amerikanische Tech-Giganten profitieren von Corona-Pandemie
© K.-U. Häßler | stock.adobe.com

Der Wandel von Wirtschaft und Alltag in der Corona-Pandemie treibt die Schwergewichte der Technologie-Branche zu Rekordzahlen. Denn ihre Geschäftsmodelle passen zur neuen Welt, die gerade entsteht.

Das Geschäft der Tech-Riesen erklimmt in der Corona-Pandemie neue Höhen. Allein Apple, Google und Microsoft fuhren im vergangenen Quartal zusammen Gewinne von fast 57 Mrd. Dollar ein. Ihr Geschäft lief dabei durchweg besser als Analysten erwartet hatten.

Die Zahlen demonstrieren, wie die Technologie-Giganten vom Wandel des Alltags in der Pandemie profitieren. Mehr Aktivität von Verbrauchern und Unternehmen verlagert sich ins Internet - Google profitiert mit einem Schub bei der Online-Werbung. Apple verkauft neben dem iPhone mehr Mac-Computer und iPad-Tablets zum Arbeiten und Lernen von Zuhause. Bei Microsoft sorgt der Cloud-Boom für mehr Geschäft.

Allerdings warnten Apple und Google zugleich vor Risiken für die Konjunktur durch die gefährlichere Delta-Virusvariante - und der iPhone-Konzern bekommt allmählich auch die Lieferengpässe in der Elektronikbranche zu spüren.

Im vergangenen Vierteljahr lief es für Apple aber noch so gut, wie früher nur im Weihnachtsgeschäft. Der Umsatz sprang im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 81,4 Mrd. Dollar hoch. Unterm Strich blieb ein Gewinn von gut 21,7 Mrd. Dollar (18,4 Mrd. Euro) übrig - 93 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das laufende Vierteljahr stellte Apple erneut ein zweistelliges Wachstum in Aussicht, das aber unter anderem wegen der Bauteile-Knappheit schwächer als zuletzt ausfallen werde.

Im vergangenen Quartal war es abermals das iPhone, das für den Großteil der Zuwächse sorgte. Der Umsatz im iPhone-Geschäft stieg um fast die Hälfte auf rund 39,6 Mrd. Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Der Mac-Umsatz wuchs um 16 Prozent auf 8,2 Mrd. Dollar, das iPad-Geschäft legte um 12 Prozent auf fast 7,4 Mrd. Dollar zu.

Für Marktbeobachter stand danach aber die Frage im Fokus, wie gut sich Apple weiter gegen die globalen Lieferengpässe unter anderem bei Halbleitern stemmen kann. Für das vergangene Quartal hatte Apple bereits um drei bis vier Mrd. Dollar niedrigere Erlöse durch knappe Bauteile für iPads und Macs vorhergesagt. Am Ende sei die Belastung geringer ausgefallen, sagte Finanzchef Luca Maestri. Im laufenden Vierteljahr aber werde es iPhone und iPad treffen - und der Negativeffekt werde höher sein, warnte er ohne genaue Zahlen. Die Engpässe wurden vor allem durch die höhere PC-Nachfrage ausgelöst.

Bei der Google-Konzernmutter Alphabet stieg der Umsatz im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 62 Prozent auf rund 61,9 Mrd. Dollar. Der Gewinn sprang auf gut 18,5 Mrd. Dollar hoch - von knapp 7 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor. Nach wie vor ist die Onlinewerbung in Googles Suchmaschine und anderen Bereichen die tragende Säule des Geschäfts. Googles Werbeerlöse stiegen im zweiten Quartal um rund 69 Prozent auf gut 50,4 Mrd. Dollar. Die Videoplattform Youtube brachte dabei 7 Mrd. Dollar ein - nach 3,8 Mrd. Dollar vor einem Jahr.

Am stärksten hätten zu dem Anstieg die Werbeausgaben des Einzelhandels beigetragen, sagte Top-Manager Philipp Schindler. Zudem hätten unter anderem auch die Reisebranche und Finanzdienstleister mehr Geld für Anzeigen ausgegeben.

Bei Microsoft kletterten die Erlöse in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 46,2 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn nahm sogar um 47 Prozent auf 16,5 Mrd. Dollar zu. Microsoft konnte sich einmal mehr auf seine lukrativen Cloud-Services verlassen. Die Azure-Plattform steigerte den Umsatz um überraschend starke 51 Prozent. Die PC-Sparte, zu der neben Windows-Software auch Hardware-Produkte wie die Spielkonsole Xbox und »Surface«-Tablets gehören, legte um 9 Prozent auf 14,1 Mrd. Dollar zu. Obwohl die Zahlen besser als erwartet ausfielen, reagierte die Aktie nachbörslich zunächst mit deutlichen Kursverlusten.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH