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Quantentechnologien

3 Mrd. Dollar Umsatz bis 2030

10. Juni 2021, 07:04 Uhr   |  Heinz Arnold

3 Mrd. Dollar Umsatz bis 2030
© Yole Développement

Der Markt für Quantentechnologien wird sich in dieser Dekade von 340 Mio. Dollar auf voraussichtlich 2,9 Mrd. Dollar steigern.

Der Markt für Quantentechnologien wird bis 2030 auf fast 3 Mrd. Dollar wachsen, zwischen 2025 und 2030 klettert er mit durchschnittlich 30 Prozent pro Jahr.

Das bedeutet, dass das Wachstum sich in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts beschleunigen wird. Laut Yole Développement liegt die jährliche Steigerungsrate zwischen 2020 und 2025 bei 18 Prozent.

Yole zählt zu den Quantentechnologien das Quantencomputing, das Quantensensing und -timing sowie die Quantenkryptografie. Der gesamte Sektor wird von 340 Mio. Dollar im vergangenen Jahr bis 2030 auf voraussichtlich 2,9 Mrd. Dollar klettern. Dann wird Quantencomputing as a Service 65 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Zwischen 2020 und 2030 wird allein das Quantencomputing voraussichtlich auf einen Umsatz von 1,15 Mrd. Dollar kommen. Praktisch gleichauf wird 2030 die Quantenkryptografie liegen und Quantensensing und -timing wird auf rund 600 Mio. Dollar kommen. Quantenkryptografie sowie Sensing und Timing sind bereits existierende Märkte und werden weiterwachsen.

Die pharmazeutische Forschung wird heute gerne als ein interessantes Anwendungsgebiet für das Quantencomputing genannt. Doch gehen die Analysten von Yole davon aus, dass es wohl noch 20 bis 30 Jahre dauern werde, bis die neue Technik auf den Gebieten der Medizin und der Pharmazie in größerem Maßstab Einsatz finden könnte. Allerdings rechnen sie damit, dass Quantencomputer für die Entwicklung von neuen Medikamenten bereits in 5 bis 10 Jahren herangezogen werden – vorausgesetzt es gebe einen geeigneten Kandidaten. Auf dem Gebiet der Entdeckung neuer Medikamente würden allerdings noch zehn bis 20 Jahre ins Land ziehen. Die Forschung an anorganischen Materialien mit Hilfe von Quantentechnologien scheint laut Yole zunächst einfacher zu sein, weshalb auf diesem Gebiet früher konkrete Ergebnisse zu erwarten seien.

Seit 2012 sind rund 2 Mrd. Dollar in rund 80 Quantentechnologie-Startups (Computing, Software, Kryptografie und Sensoren) geflossen. 60 Prozent davon gingen an Firmen, die Hardware entwickeln. Das meiste davon entfiel auf PsiQuantum (Photonische Qubits), D-Wave (Superleitende Qubits), IonQ (Qubits auf Basis von Ionenfallen) und Rigetti (Supraleitende Qubits).

Bevor ein »richtiger« Quantencomputer auf Basis von Quanten-Gates realisiert werden kann, wird noch viel Zeit vergehen. Derzeit gibt es nur eine Firma, die Geräte auf dem Markt verkauft: Die kanadische D-Wave. Dabei handelt es sich um sogenannte Annealers, die 2.000 bis 5.000 Qubits erzeugen. Sie können den verschränkten Zustand aber nur über sehr kurze Zeit aufrechterhalten und keine Berechnungen auf Basis von Quanten-Gates durchführen. Deshalb lassen sie sich nur für bestimmte Optimierungsaufgaben einsetzen, etwa in der Materialforschung.

Um realistische Rechnungen durchführen zu können, müssten Quantencomputer auf mindestens 50 bis 100 logische Qubits kommen – wozu mindestens 100.000 pyhsikalische Qubits erforderlich wären. Das liegt daran, dass aufwändige Fehlerkorrekturen ablaufen müssen, die viele Qubits erfordern, so dass nur wenige für die aktuellen Rechnungen übrig blieben und die meisten für die Fehlerkorrektur verwendet werden müssen, um zu zuverlässigen Ergebnissen zu kommen.

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