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Neuer Großanbieter entsteht

09. Juni 2021, 14:12 Uhr   |  Heinz Arnold

Neuer Großanbieter entsteht
© Honeywell

Teil des auf Ionenfallen basierenden Quantencomputers von Honeywell.

Cambridge Quantum Computing und Honeywell Quantum Solutions (HQS) wollen sich zu einem schlagkräftigen Unternehmen auf dem Sektor des Quantencomputing zusammen schließen.

Cambridge Quantum Computing (CQ) ist Anbieter von Quantensoftware und -algorithmen, bei Honeywell Quantum Solutions (HQS) handelt es sich um eine Geschäftseinheit von Honeywell. HQS bezeichnet sich als Hersteller des derzeit leistungsstärksten Quantencomputers. Seit 2019 ein Honeywell Investor und Handelspartner von Cambridge Quantum.

Durch den Zusammenschluss entsteht ein neues Unternehmen, das Hardware und Software unter einem Dach anbieten kann, um neue leistungsfähige Systeme schnell in den Markt bringen zu können.

Cambridge Quantum wurde 2014 gegründet und hat das branchenweit größte wissenschaftliche Team für Quantenalgorithmen und -software zusammengestellt, um Fortschritte in den Bereichen Cybersicherheit, Finanzen, Arzneimittelforschung, Materialwissenschaft, Optimierung, Quanten-Machine Learning, Verarbeitung natürlicher Sprache und mehr zu erzielen. Cambridge Quantum wird sein Software- und Algorithmen-Entwicklungsteam in Großbritannien mit Büros in Cambridge, London und Oxford sowie in den USA (Washington), in Deutschland und in Japan ausbauen.

Honeywell begann vor einem Jahrzehnt mit der Entwicklung von Quantencomputern und nutzt die Trapped-Ion-Technologie, bei der geladene Atome zur Speicherung von Quanteninformationen verwendet werden. Das Honeywell System Modell H1 erreicht durchgängig das höchste Quantenvolumen – eine umfassende Leistungsmessung, die in der Industrie weit verbreitet ist – auf einem kommerziellen Quantencomputer.

Honeywell wird der Mehrheitsaktionär des neuen Unternehmens sein, und die Aktionäre von CQ werden über 45 Prozent des neuen Unternehmens besitzen. Der Abschluss der Transaktion ist für das 3. Quartal dieses Kalenderjahres geplant.

Das neue Unternehmen wird eine langfristige Vereinbarung mit Honeywell schließen, um bei der Herstellung der kritischen Ionenfallen zu helfen, die für den Betrieb der Quantenhardware benötigt werden. Honeywell wird zwischen 270 und 300 Mio. Dollar in das neue Unternehmen investieren.

»Durch den Zusammenschluss wird ein Unternehmen entstehen, das Quantensysteme entwickeln und vermarkten wird, die einen schnell wachsenden Zielmarkt adressieren«, sagte Ilyas Khan, Gründer von CQ. »Gemeinsam werden wir greifbare, glaubwürdige und nachweisbare Fortschritte schaffen.«

»Das neue Unternehmen wird über leistungsstarke Quantencomputer, ein Quantenbetriebssystem und umfassende, hardwareunabhängige Software verfügen, die die Zukunft der Datenverarbeitung vorantreiben wird«, erklärt Darius Adamczyk, Vorsitzender und CEO von Honeywell.  

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