Computermodule mit i.MX6UL/ULL

Module löten oder stecken? – Beides!

8. März 2019, 11:00 Uhr | Von Andreas Geisreiter

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Stecken oder löten – beides ist möglich

Das Modul DHCOR i.MX6UL(L) ist ein auflötbares SOM (System-on-Module) in einem 215-pin-LGA-Gehäuse, das sowohl mit dem i.MX6UL (Bild 3) als auch mit dem i.MX6ULL bestückt werden kann. Es ist 15 Jahre langzeitverfügbar und misst 29 mm × 29 mm × 3,2 mm. Alternativ ist es als steckbares Modul DHCOM  i.MX6UL(L) sofort einsetzbar auf einem SODIMM-200-Trägermodul aufgelötet, das zusätzlich noch mit zwei Fast-Ethernet-PHYs und zwei A/D-Wandlern bestückt ist. So kann mit dem DH-Entwicklungssystem sofort und ohne die Notwendigkeit für ein eigenes Baseboard die Entwicklung eigener Projekte begonnen werden.

Besonders bemerkenswert ist die Leistungsaufnahme des auf einem Single-Cortex-A7 basierenden NXP i.MX6 UltraLite-Prozessors von typisch weniger als einem Watt. Die CPU kann mit bis zu 900 MHz getaktet und mit bis zu 1 GB DDR3-Speicher ausgestattet werden. Weitere Ausstattungsmerkmale sind die Unterstützung von eMMC- oder SLC-NAND-Flash-Speicher und zwei CAN-Interfaces. Über die Standard-Embedded-Eigenschaften wie temperaturkompensierte Echtzeit-Uhr (RTC), zwei SPI, UART und I2C-Interfaces hinaus verfügt das SOM auch noch über je einen USB-2.0-OTG- und Host-Port, PWM, neun GPIOs und ein paralleles 8-bit-Kamera-Interface. Als Display-Schnittstelle dient ein 18-bit-RGB-Anschluss mit HD-Auflösung (1366 × 768 Pixel), der durch ein 4-Wire-Touch-Interface ergänzt wird.

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Das eigentliche „Computerherz“: DHCOR i.MX6UL(L). Es wird auf eine Trägerplatine aufgelötet und spart Platz und Kosten eines Steckverbinders
Bild 3. Das eigentliche »Computerherz«: DHCOR i.MX6UL(L). Es wird auf eine Trägerplatine aufgelötet und spart Platz und Kosten eines Steckverbinders.
© DH electronics

Die externe Beschaltung auf dem DHCOM SODIMM-200-Modul enthält darüber hinaus noch zwei PHY-Interfaces, zwei analoge Interfaces und eine 3,3-V-Schnittstelle zur Stromversorgung; das DHCOR-Modul selbst wird mit 5 V betrieben. Als Besonderheit in dieser Klasse verfügt das Modul über ein integriertes Murata HF-Kombimodul mit Unterstützung von Bluetooth und/oder WLAN mit U.FL-Antennenanschluss.

Durch seine geringe Leistungsaufnahme eignet sich das SOM besonders gut für Langzeit-Batteriebetrieb; die integrierten Drahtlos-Interfaces machen es zum perfekten IoT-Interface. Die beiden optionalen 100-Mbit/s-Ethernet-Interfaces ermöglichen vielfältige Anwendungen auch in und mit drahtgebundenen Netzwerken. Als Betriebssystem werden die Linux-Distribution Debian und die Build-Systeme ELBE und Yocto unterstützt.

Das Modul ist dank i.MX6-Kompatibilität universell einsetzbar, für Soft-PLCs gut geeignet und durch die integrierten (Funk-)Interfaces und das kompakte Format perfekt für stromsparende, ultrakompakte IoT-/IIoT-Geräte. Mögliche Anwendungen sind Industrie-automatisierung, alle Arten von Bediengeräten und Benutzerschnittstellen, Medizinische Geräte (insbesondere batteriebetrieben), Edge-Devices und Sensorknoten, Gebäudeautomatisierung, Smart Everything, Zugangskontrolle und Security.

Flexibel und sicher in die Zukunft

DHCOR SOMs als plattformspezifische LGA-Auflötmodule ermöglichen eine bessere Skalierbarkeit von Systemen bei geringeren Kosten und teils deutlich geringerer Größe als bei üblichen Standardmodulen. Trotzdem bleibt durch das Module-on-Module-Prinzip für alle Grundfunktionen die Kompatibilität zu den SODIMM-200-Trägerboards und Entwicklungssystemen von DH electronics erhalten. So können viele Freiheiten eines Full-Custom-Boards genutzt werden, ohne die Sicherheit und den Zeitgewinn des Modulkonzepts zu verlieren. Die Trägermodulvariante DHCOM eignet sich daher für erste Kleinserien und schnelle Prototypen in Industriequalität zu niedrigen Preisen. Passend dazu gibt es auch ein kostenoptimiertes, aber voll industrietaugliches SODIMM-200-Baseboard im populären Pico-ITX-Format. Da ist es nur konsequent, dass in diesem DH-Baukastensystem bald weitere ARM-Prozessoren folgen werden.

 

Der Autor

 

 

Andre-Geisreiter von DH electronics
Andreas Geisreiter von DH electronics.
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Andreas Geisreiter

schloss sein Studium der Elektrotechnik an der Hochschule Augsburg als Diplom-Ingenieur ab und ist seit August 2008 bei der DH electronics GmbH tätig. Seine Begeisterung für neue und innovative Systems-on-Chip und deren Einsatz in allen Bereichen der Industrie spiegelt sich in seiner Arbeit als Hardwareentwickler und Produktmanager der DHSOM System-on-Modules wieder.


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