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CIQ-Report von Supplyframe

Halbleiter-Mangel wird bis mindestens 2023 bestehen

Die Verknappung der Rohstoffe bringt Lieferengpässe - die in Prinzip jedes Unternehmen betreffen kann
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Ihren quartalsweisen Commodity-Intelligence-Report (CIQ) hat Supplyframe vorgestellt. Demnach wird der Halbleitermangel und der Mangel an anderen elektronischen Bauteilen über 2022 hinaus anhalten. Ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage werde es frühestens im Jahr 2023 geben.

In ihrem Commodity-Intelligence-Report (CIQ) gibt Supplyframe einen Überblick über die Marktdynamiken in der Elektronikindustrie, wie zum Beispiel über Preisgestaltung, Vorlaufzeiten oder die Nachfrage von Komponenten. Darin kommt das Unternehmen, das eine Design-to-Source-Intelligence-Plattform betreibt, zu dem Schluss, dass der Halbleitermangel und der Mangel an anderen elektronischen Bauteilen über das kommende Jahr hinaus anhalten werde. Die Lieferzeiten für Komponenten mit hohem Verfügbarkeitsrisiko sind im Vergleich zum Vorquartal um 55 Prozent gestiegen, nachdem sie sich im dritten Quartal verdoppelt hatten. 66 Prozent aller Preise werden voraussichtlich steigen.

»Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als würde sich die Lage entspannen, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Die Produktion zieht zwar allmählich wieder an, doch der Auftragsbestand bei den Herstellern und in der Lieferkette ist so groß, dass es fast unmöglich ist, die hohe und ständig wachsende Marktnachfrage zu bedienen«, stellt Sascha Bütterling, Senior Director SaaS für die DACH-Region von Supplyframe, fest. »Darüber hinaus sind Rohstoff- und Arbeitskräftemangel sowie Preiserhöhungen an der Tagesordnung, während die Nachfrage auf dem Endverbrauchermarkt weiter zunimmt. Das betrifft insbesondere den Markt für Unterhaltungselektronik, Smartphones und Autos.«

Produktionszahlen für fast alle Bauteilkategorien zurückgegangen

Im dritten Quartal 2021 sind im Vergleich zum Vorquartal die Entwicklungs- und Produktionszahlen für fast alle Bauteilkategorien zurückgegangen. Oszillatoren sind die elektronischen Komponenten, die am stärksten davon betroffen sind (22 Prozent Rückgang von Q3 gegenüber Q2/2021), gefolgt von PLDs (20 Prozent) und optoelektronischen Bauteilen (17 Prozent). Vergleicht man jedoch das dritte Quartal 2021 mit dem Vorjahresquartal, so steigt die Anzahl der neuen Designs, in denen die Komponenten für neue Produkte eingeplant werden. Filter verzeichnen den größten Zuwachs (34 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal), gefolgt von Transformatoren (33 Prozent) und Steckverbindern (30 Prozent).

Im Gegensatz dazu ist die Nachfrage nach einigen Komponenten gestiegen, was zu dem Engpass in der Lieferkette beigetragen hat. Im dritten Quartal 2021 ist gegenüber dem zweiten Quartal bei folgenden Elektronikkomponenten die Nachfrage am stärksten gestiegen: Glasfaser-Bausteine (Anstieg um 22 Prozent), Einzelbauelemente (15 Prozent) und Standard-Logikbausteine (13 Prozent). Im Jahresvergleich sind die Zahlen sogar noch aussagekräftiger: MCUs und MPUs liegen bei der Nachfrage weit vorne (Nachfrageanstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 166 Prozent), gefolgt von Standard-Logikbausteinen (124 Prozent) und Signalbausteinen (121 Prozent).

Der CIQ-Report basiert auf Daten aus der Praxis und dem Fachwissen von Branchenführern und Partnern des DSI-Netzwerks von Supplyframe im Bereich Rohstoffmanagement. Zusätzlich haben Branchenexperten und Marktforschungsanbieter, darunter mehr als 500 Unternehmen aus der gesamten Elektronik-Wertschöpfungskette (globale Hersteller, EMS-Anbieter, Distributoren, Halbleiter- und Komponentenlieferanten usw.), ihr Fachwissen eingebracht.

Von Angebots- und Nachfrageprognosen bis hin zu einer einheitlichen Übersicht über verfügbare Rohstoffe und Konstruktionsvorhaben bietet Supplyframe CIQ eine farbkodierte Momentaufnahme des Stands der Branche und der sich abzeichnenden Risiken, je nach betrachteten Komponenten und Materialien.


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